„Ich schenke dir den Tod“ – von Ralf Gebhardt

Ich schenke dir den tod

Mit dem Fund der verbrannten Überreste einer weiblichen Leiche beginnt für den halleschen Kriminalhauptkommissar Richard Störmer ein Wettlauf mit einem Entführer und Serienmörder, an dem er zu zerbrechen droht. Nahezu zeitgleich mit dem Fund einer zweiten Leiche werden mehrere Frauen während eines Klassentreffens auf dem Mansfelder Jugendherbergs-Schloss entführt, gefoltert und verbrannt. Störmer stellt eine Verbindung zwischen den Entführungen und den gefundenen Leichen her.
Der Fall sorgt für Unruhe im Privatleben von Störmer. Er verliebt sich in seine neue Nachbarin, eine Krimiautorin. Zeitgleich taucht seine fast volljährige Tochter Verena auf und bittet ihn um Hilfe. Als der Psychopath dann einen Freund von Störmer ermordet, entwickelt sich der Fall zu einem persönlichen Albtraum … ( Quelle: Amazon )

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Richard Störmer ist Kriminalhauptkommissar in Halle. Er ist ein typischer Eigenbrötler, der das Samstagsabend -Bier einem geselligen Abend vorzieht. Störmer lebt allein, hat aber eine Tochter, zu der er Kontakt hat. Eines Abends wird er zu einer verbrannten Leiche gerufen. Am Tatort findet man ein Grablicht mit menschlicher Asche, Schmuck und Katzenknochen. Außerdem liegt die Leiche schon länger am Fundort. Strömer geht davon aus, dass die Ermittlungen schnell abgeschlossen sind und der Fall keine große Sache ist. Doch dem ist nicht so, denn bei der einen Leiche bleibt es nicht und diese ist dann auch noch keine 5 Jahre tot. Außerdem gibt es vermisste Frauen im Mansfelder Umfeld, die eigentlich auf ein Klassentreffen wollten. Gibt es einen Zusammenhang zum vorliegenden Fall oder ist es nur ein Zufall? Für Strömer entwickelt sich der Fall zu einem Wettlauf mit der Zeit, denn er muss erkennen, dass er es mit einem unberechenbaren Gegner zu tun hat, der auch vor seinem Privatleben nicht Halt macht.

Das Buch „Ich schenke dir den Tod“ wurde vom Autor Ralf Gebhardt geschrieben und erschien im November 2017 im Verlag edition oberkassel. Es umfasst etwas mehr als 200 Seiten.

Die ersten Seiten des Prologes haben mich schon zu Beginn gefesselt. Eine ziemlich bizarre Story um einen 16-jährigen Teenager, dessen großes Problem es ist, noch nie mit einem Mädchen geschlafen zu haben. Was hat das aber mit dem Fall von Störmer zu tun? Nun, lasst euch überraschen.

Leider muss ich sagen, gab es dann erst mal eine ganze Weile keine Spannung mehr im Buch. Der Plot plätschert so vor sich hin und manchmal fehlte mir sogar der Zusammenhang. Das fand ich sehr schade, denn das letzte Drittel des Buches hat es dann wieder geschafft, mich so zu fesseln, wie ich es die ganzen vorherigen Seiten gehofft hatte. Hier läuft der Leser aber vorher Gefahr, das Buch einfach abzubrechen.

Beim Setting des Buches hat der Autor gut recherchiert, denn die Orte, an denen der Leser sich wiederfindet, gibt es tatsächlich. Handlungsort ist Sachsen-Anhalt, genauer gesagt das Mansfelder Land, eine Region im südwestlichen Teil Sachsen – Anhalts. Auch das Schloss, auf dem das Klassentreffen stattfindet, gibt es wirklich und ist heute ein Hotel.

Der Hautprotagonist des Buches ist Richard Störmer. Er wird dem Leser als Eigenbrötler beschrieben. Diese Eigenschaft betrifft nicht nur sein Privatleben, sondern spiegelt sich auch in seiner Arbeit wieder. Hier kann ich mir nur schwer vorstellen, dass in der Realität solche Alleingänge, wie Störmer sie im Buch fabriziert, ohne Konsequenzen bleiben. Außerdem fand ich, dass er seine Kompetenzen das ein oder andere Mal ganz schön überschritten hat. Störmer ist nicht sehr tiefgründig beschrieben und ich kann nicht mal wirklich sagen, ob er mir sympathisch war oder eben nicht. Dafür war er einfach zu – wie soll ich sagen – unscheinbar.

Ralf Gebhardt lässt den Leser nicht bis zum Schluss im Unklaren, was den Täter betrifft, der hier die Frauen verschleppt und ermordet. Man muss nicht bis zum Ende des Buches raten, wer es denn sein könnte, fiebert aber dennoch seiner Ergreifung entgegen. Nicht schlecht gelöst finde ich diese Methode, den Leser so bei Laune zu halten. Zumal es sich bei den Opfern plötzlich nicht mehr nur um für Störmer fremde Personen handelt, sondern der Fall eine für ihn persönliche Wendung nimmt. Das gibt dem ganzen noch mal einen Extrakick. Das Motiv des Mörders ist für den Leser schwer nachvollziehbar, seine Art zu foltern und morden noch viel weniger, denn diese ist schon ziemlich brutal und lässt einem die Nackenhaare hoch stehen beim Lesen.

Leider gab es für mich während des Lesens auch einige Ungereimtheiten. Zum einen ist die Verbindung, die Störmer zwischen den gefundenen Leichen und den verschwundenen Frauen vom Klassentreffen herstellt, echt ein wenig weit hergeholt und für den Leser einfach nicht als solche erkennbar. Dann gab es am Schluss des Buches eine Szene, wo ich mich gefragt habe, wie es sein konnte, dass der Staatsanwalt wusste, wo sich Störmer gerade befindet? Einen Hinweis darauf gab es nirgends. Der Autor musste sich wohl hier einfach was einfallen lassen, sonst wäre diese Szene für Störmer böse geendet.

Beim Ebook sind auch die Absätze der Seiten sehr schlecht gelöst. Da liest man in einer Szene und ist auf der nächsten Zeile plötzlich in einer anderen Szene. Das ist sehr verwirrend für den Leser und ich musste öfters die entsprechende Passage mehrfach lesen, um sie zu verstehen. Das sollte man noch mal ändern.

Das Buch ist in mehrere Kapitel eingeteilt. Sie sind abwechselnd aus der Sicht des Hauptkommissars und aus der Sicht des Täters geschrieben. Allerdings nicht von Beginn des Buches an. Da tritt der Täter noch deutlich in den Hintergrund. Vielleicht wäre es aber gerade im ersten Drittel des Buches besser gewesen, den Mörder und seine Taten öfters „zu Wort“ kommen zu lassen. Dadurch wäre die Spannungsflaute nämlich wesentlich geringer ausgefallen und man läuft nicht Gefahr, dass der Leser das Buch abgebrochen in die Ecke legt. Was mich ebenfalls gestört hat am Buch, ist der Schluss. Nicht das Finale an sich, sondern das offene Ende. Bei einem Roman ohne Fortsetzung finde ich es einfach unangebracht, den Leser mit so einem Cliffhanger stehen zu lassen.

Alles in allem finde ich, dass das Buch „Ich schenke dir den Tod“ ein gutes Erstlingswerk des Autors ist (neben seinen Anthologiewerken), aus dessen Fehlern bzw. den Kritikpunkten, die die Leser anbringen, der Autor aber noch lernen kann.


 

Ihr habt bestimmt gemerkt, dass dieser Beitrag ein wenig anders ist als meine sonstigen hier geschriebenen Rezensionen. Das hat auch einen Grund. Ihr habt diesmal die Möglichkeit, ein Printexemplar oder Ebook dieses Buches zu gewinnen. Beantwortet mir doch einfach in einem Kommentar, warum ihr dieses Buch gewinnen und lesen wollt und schon seid ihr im Lostopf. Einsendeschluss ist der 12.12. 2017 23:59Uhr.

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Das Kleingedruckte:

  • Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich.
  • Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
  • Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist.
  • Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
  • Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
  • Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
  • Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
  • Das Gewinnspiel wird von Yvonne Hantschel organisiert.
  • Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
  • Das Gewinnspiel endet am 12.12.2017 um 23:59 Uhr.
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NEUERSCHEINUNG “ Der Schleicher“ – der 3. Daria-Storm Thriller ab 14.11. erhältlich

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KLAPPENTEXT:

Ein Mann verstümmelt sich selbst im Drogenwahn. Eine Frau verbrennt in einer Kühlkammer. Immer mehr bizarre Todesfälle häufen sich in ganz Deutschland. Handelt es sich dabei um Unglücke? Oder stimmt, was im Internet spekuliert wird, und es steckt ein Killer dahinter? Dort glaubt man längst an den Schleicher, einen Serienmörder, der seine Taten als groteske Unfälle tarnt. Daria Storm und ihr Team werden auf ihn angesetzt. Sie nimmt die Herausforderung an, obwohl sie mit anderen Dingen zu kämpfen hat: mit den Schatten der Vergangenheit. Mit einem alten Bekannten, der auf der Flucht ist. Und mit dem Verdacht, dass sich ein Verräter in ihren eigenen Reihen befindet. Wird sie den Schleicher bezwingen? Oder wird sie zum Opfer ihrer wachsenden Paranoia?

Das Buch „Der Schleicher“ stammt aus der Feder der sympathischen Autorinnen Nadine d‘ Arachat und Sarah Wedler und ist ab 14.11.2017 erhältlich. Es gibt, wie man auf dem Cover unschwer erkennen kann, 2 Vorgängerbände dazu. Es ist zwar nicht unbedingt notwendig, diese vorher zu kennen, es empfiehlt sich aber.

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Ich kann euch diese Bücher nur wärmstens empfehlen………

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„Ich komm dich holen, Schwester“ – von Kelly Anne Blount

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Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Loewe (11. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785584970
ISBN-13: 978-3785584972
Preis: 9,95€

Der Wattpad-Erfolg endlich als Buch! Amazon-Bestsellerautorin und Watty-Award-Gewinnerin Kelly Anne Blount legt mit Ich komm dich holen, Schwester einen atemberaubenden Psychothriller vor. Ein absolutes Must-Read für Fans des subtilen Horrors!

Was eigentlich ein romantischer Abend werden sollte, entwickelt sich für Abriana zu einem wahren Albtraum. Gefesselt erwacht sie im Kofferraum ihres Blinddates Easton Pierce. Ihr Kidnapper bringt sie in ein abgelegenes Versteck mitten im Wald und hält sie dort gefangen. Schnell begreift Abriana, dass die Entführung nicht bloß die Tat eines gestörten Stalkers ist. Easton scheint mit einer unbekannten Person im Hintergrund zusammenzuarbeiten, die sie um jeden Preis tot sehen will. Doch Abriana weiß nicht, dass sich hinter dieser Person jemand verbirgt, der ihr nahesteht …

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„Ich komm dich holen, Schwester“ ist ein Thriller, der auf der ebook Plattform Wattpad ein Millionen Publikum begeisterte. Auf Wattpad kann man sich als Leser bzw. Autor registrieren und seine geschriebenen Geschichten auf der Plattform veröffentlichen bzw. als Leser diese lesen und anschließend bewerten. Das Buch „Ich komm dich holen, Schwester“ stammt aus der Feder von Kelly Anne Blount und ist nach dem Erfolg auf Wattpad im Loewe Verlag im Oktober 2017 erschienen.

Es geht um die junge Frau Abriana, die von einer Internet Bekanntschaft zum Essen eingeladen, aber bevor es dazu kommt, gekidnappt und in eine Hütte verschleppt wird. Abriana kennt ihren Peiniger nicht wirklich und ahnt, dass sie hier einen großen Fehler gemacht hat, sich so unbedarft mit diesem Easton zu treffen. Easton verhält sich sehr merkwürdig Abriana gegenüber. Auf der einen Seite droht er sie umzubringen, wenn sie nicht tut, was er sagt, auf der anderen Seite ist er fast fürsorglich zu ihr und entschuldigt sich für sein Verhalten bei Abriana. Nach einigen Telefonaten zwischen Easton und einer unbekannten Person, die Abriana mithört, ist ihr klar, dass da mehr hinter ihrer Entführung steckt und Easton nicht der Mann ist, der er vorgibt, zu sein. Doch wer könnte Abriana nach dem Leben trachten?

 

Das Buch mit seinen knapp 200 Seiten habe ich in einer Nacht gelesen. Trotz einiger Kritikpunkte kann man das Buch irgendwie nur schwer aus der Hand legen. Was mich am meisten gestört hat, muss ich sagen, war der Schluss des Buches. Hier muss der Leser zwischen den Zeilen lesen, um zu erfahren, wer…….ich kann an dieser Stelle nicht mehr schreiben ohne zu spoilern. Mein erster Gedanke war ja, dass es eine Fortsetzung des Werkes gibt, aber dem ist leider nicht so. Also bleibe ich als Leser hier doch ein wenig unbefriedigt zurück, was das Ende des Buches betrifft.

Es gibt einige Szenen im Buch, über die der Leser stolpert, die absolut zurecht gebogen sind. Um nur eine näher zu erläutern: Da springt im Sonnenuntergang eine Person mit Tauchermaske in einen See, in dem sie Tage zuvor Beweismaterial hineingeworfen hat und findet diese doch tatsächlich wieder? Sorry, das funktioniert überhaupt nicht.

Etwas unglücklich gewählt ist auch der Titel des Buches. Weiß der Leser doch sehr schnell, mit wem er es hier zu tun hat als Täter. Man kommt zwar auch beim Lesen zeitnah auf den Täter, aber muss man denn gleich mit der Nase darauf gestoßen werden?

Die Charaktere sind nicht sehr tief ausgearbeitet, richtige Sympathiepunkte hatte keiner der Protagonisten bei mir.

Die Handlung ist trotzdem spannend, obwohl die Handlung vorhersehbar ist. Es geht im Buch nicht darum, den Täter zu finden, sondern eher um die Frage, ob und wann dieser denn entlarvt und von der Polizei geschnappt wird.

Die Kapitel sind kurz und immer aus wechselnder Perspektive der Protagonisten geschrieben, was dem Buch zusätzlich Spannung verleiht.

Alles in allem ist es eine spannende, unterhaltsame Lektüre, den Hipe auf der ebook Plattform Wattpad kann ich aber dennoch nicht wirklich nachvollziehen.

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„M.I.A. – das Schneekind“ – von Kathrin Andres und Edgar Rai

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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (18. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3352008949
ISBN-13: 978-3352008948
Preis: 12,99

„Was ist der Mensch?“

Sandra hat eben die Affäre mit ihrem Chef beendet, als sie auf einer vereisten Straße in den Schweizer Bergen in einen Unfall verwickelt wird. Der Fahrer stirbt, doch ein Mädchen auf dem Rücksitz ist offenbar unverletzt: die neunjährige Mia. Von ihrer Adoptivmutter wird sie in ein Forschungsinstitut gebracht. Sandra darf das Mädchen fortan nicht mehr sehen – vielmehr geraten alle in Gefahr, die mit Mia zu tun hatten. Ein Haus geht in Flammen auf, eine Leiche wird gefunden – und Sandra wird plötzlich verfolgt.

 

Ein atmosphärischer dichter Thriller um ein Mädchen mit besonderen Fähigkeiten

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Sandra, die sich gerade von ihrem Chef, mit dem sie eine Affäre hatte, getrennt hat, wird in den Schweizer Bergen bei schlechtem Wetter in einen Unfall verwickelt, wo sie mit einem Auto kollidiert, welches viel zu schnell gefahren ist. Der Fahrer stirbt noch am Unfallort und auf dem Rücksitz entdeckt Sandra ein kleines, leicht verletztes Mädchen – Mia. Nach einer Nacht in einer Berghütte werden sie am Morgen von der Bergwacht gerettet und ins Tal gebracht, wo Mia´s Adoptivmutter schon auf sie wartet. Sandra will Mia und ihre Mutter am nächsten Tag besuchen, einerseits, um zu sehen, wie es Mia geht, andererseits hat sie aber die Medikamentenbox von Mia am Vortag vergessen, der Mutter mitzugeben. Im Haus von Mia ist deren Mutter sehr reserviert und Mia anscheinend nicht Zuhause, sondern laut Aussage der Mutter in einem privaten Institut. Sandra hat den Verdacht, dass es um die kleine Mia ein Geheimnis gibt, dass das Mädchen besondere Fähigkeiten hat und auch sonst kein normales Kind ist, wie man es für gewöhnlich kennt. Sandra beginnt nachzuforschen und muss schnell feststellen, dass es Personen gibt, die dies mit allen Mittel unterbinden möchten.

„M.I.A. – das Schneekind“ ist ein Gemeinschaftswerk der Autoren Kathrin Andres und Edgar Rai. Das Buch umfasst um die 300 Seiten und ist im Verlag Rütten & Loening im August 2017 erschienen.

Das Buch lässt sich sehr schnell lesen. Das lag zum einen an der packenden Geschichte, zum anderen aber an der Thematik des Buches, auch wenn die Autoren nicht sehr tiefgründig oder hochwissenschaftlich darauf eingegangen sind.

Was ich mir mehr gewünscht hätte, wäre die Protagonistin Mia selbst gewesen. Dafür, dass das Buch ihren Titel trägt und man demzufolge Mia als Hauptprotagonistin erwartet hätte, wurde man als Leser hier ein wenig enttäuscht, da sie kapitelweise überhaupt nicht erwähnt wurde und man als Leser auch keine näheren Informationen über sie bekommt.

Die anderen Charaktere des Buches sind gut ausgearbeitet, wenngleich man manchmal schon den Kopf schüttelt, wie leichtfertig Sandra und ihre Mutter Heide mit ihrem eigenen Leben umgehen und sich mehr als einmal unüberlegt in Gefahr bringen.

Einige Handlungen sind für den Leser vorhersehbar. Doch dies schadet der Spannung im Buch keineswegs. Von Beginn an steigert sich die Spannung, da man schon auf den ersten Seiten direkt ins Geschehen hineinkatapultiert wird und bis zum Schluss mit den Protagonisten des Buches mit fiebert.

Dafür, dass das Buch als Thriller deklariert ist, fehlt es mir allerdings trotzdem ein wenig an nötigem Thrill. Da bin ich als begeisterte Leserin dieses Genre anderes gewohnt. Unterhaltsam und spannend ist das Buch trotzdem gewesen und ich kann es bedenkenlos weiterempfehlen an Leser, die eine kurzweilige spannende Geschichte lesen möchten.

Gern hätten es noch ein paar Seiten mehr sein können, um der Handlung den nötigen Tiefgang zu geben und auch ein wenig mehr Informationen das Thema Gentechnik betreffend hätten dem Buch nicht geschadet.

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„Hartmann und der böse Wolf“ – von Michael Frey Dodillet

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Broschiert: 335 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2017 (21. Juli 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404175514
ISBN-13: 978-3404175512
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 12,90€

Hartmann, Ex-Kommissar und Privatdetektiv wider Willen, soll Hundetrainer Bert Wolf unter die Lupe nehmen. Der hat seit der Eröffnung seiner Nobel-Hundeschule „Alpha Wolf“ nicht nur einen Berg Schulden, sondern auch sonst viel Dreck am Stecken. Aber dann liegt Wolf eines Tages ziemlich tot im Wald. Das Rudel der Verdächtigen ist groß. Zusammen mit Gitte-Bruno ermittelt Hartmann undercover in der illustren Welt der Hundefreunde – und stößt auf windige Machenschaften, verschrobene Trainer und bissige Frauchen aus der Schickeria -.

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Hartmann, Privatdetektiv und Ex- Kriminalkommissar, erhält telefonisch einen neuen Auftrag. Er soll einen Hundetrainer beschatten, da der Auftraggeber noch eine ganze Menge Geld von diesem bekommt. Tja, wie macht man das aber am besten und vor allem am unauffälligsten ohne Hund? Gar nicht, weil es schier unmöglich ist, ohne Hund unauffällig in einer Hundeschule aufzutauchen. Also schaut Hartmann als erstes zu, dass er irgendwoher einen Vierbeiner bekommt und sich mit dem dann Zutritt in die Hundeszene verschaffen kann. So kommt Gitte-Bruno ins Spiel, eine Hündin, die er sich mal eben aus dem Tierheim ausborgt, um seinen Auftrag ausführen zu können. Bei Wolf und seiner Hundeschule „Alpha Wolf“ bucht Hartmann Einzelstunden und erhält so einen Einblick in die High Society der Hundeszene. Nur dumm, dass schon nach den ersten Trainingseinheiten Wolf tot im Wald liegt und Hartmann noch keinen Schritt voran gekommen ist bei seinen Ermittlungen. Aber er gibt so schnell nicht auf und ermittelt weiter undercover mit Hilfe der Hundetrainerin Marlene und ehe er sich versieht, bekommt er erstens Gitte-Bruno nicht mehr los und steckt zweitens auch noch mitten drin in den Mordermittlungen von Wolf, was seinen Ex-Kollegen vom Kommissariat überhaupt nicht passt.

Vom Autor Michael Frey Dodillet habe ich schon einige Bücher gelesen und so war ich gespannt auf seinen ersten Kriminalroman. Wer selbst Besitzer eines Hundes ist, für den sind seine Bücher eigentlich ein „must have“. Und auch dieses Buch hat meine Lachmuskeln wieder ganz schön strapaziert, obwohl es sich um einen Kriminalroman handelt. Die flotten Sprüche Hartmanns sind phänomenal und bescherten mir amüsante Stunden beim Lesen des Buches.

Er schafft es, dass man sich beim Lesen selbst ertappt sieht, was missglückte Erziehungsversuche beim eigenen Hund angeht. Kommt einem alles irgendwie bekannt vor, was da im Buch an Maßnahmen so betrieben wird, um einem Hund die einfachsten Kommandos beibringen zu wollen. Da werden die Ermittlungen für Hartmanns Fall ab und an zur Nebensächlichkeit.

Geschickt versteht es der Autor, den Leser auf falsche Fährten zu führen und am Ende muss man sich eingestehen, dass man keinen blassen Schimmer hat, wer Wolf im Wald ermordet hat. Mir ging es jedenfalls so.

Hartmann als Hauptprotagonist ist ein Typ nach dem Motto „Außen hart, innen weicher Kern“ und das macht ihn trotz der flotten Sprüche auch so sympathisch mit Gitte-Bruno an seiner Seite.

Marlene ist eine taffe Frau, die wie Hartmann einen flotten Spruch nach dem anderen auf Lager hat und Hartmann des Öfteren die Meinung geigt. Mir hat sie daher sehr gefallen und ich hoffe, sie bleibt uns auch in den weiteren Bänden um Privatdetektiv Hartmann erhalten.

Das Buch lässt sich absolut flüssig lesen, was nicht zuletzt am großartigen Humor lag, den der Autor hier gekonnt in die verschiedenen Szenen einflechtet. Man kann wunderbar miträtseln, was die Ermittlungen betrifft und auch wenn ich nicht auf den Täter gekommen bin, hat es mir großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich freue mich auf weitere Abenteuer von Hartmann, Gitte-Bruno und Marlene.

Das Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung und ist schon jetzt eines meiner Highlites an gelesenen Büchern in diesem Jahr.

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Meine Lesemonat September

Da ich nun wieder mehr Zeit zum lesen und rezensieren habe, freue ich mich echt, dass ich endlich wieder zum lesen komme, ohne unter Druck zu stehen. Besser noch….ich kann auf Arbeit lesen ( erlaubt vom Arbeitgeber ). Da hoffe ich auch, meinen SUB ein wenig abbauen zu können…..obwohl, zur Zeit gibt es so tolle Neuerscheinungen und ich bin mal wieder dem Kaufrausch beim örtlichen Buchhändler verfallen. So geht er wenigstens wegen mit nicht pleite.

Im September habe ich einige Bücher gelesen oder begonnen zu lesen.

Komplett gelesen habe ich

„Todesreigen“ von Andreas Gruber

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„Gottes rechte Hand“ von Rhena Weiss

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„Hartmann und der böse Wolf“ von Michael Frey Dodillet

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„Blutroter Frost“ von Meredith Winter

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„M.I.A. Das Schneekind“ von Edgar Rai und Kathrin Andres

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Das ergibt insgesamt 1970 Seiten, wenn ich nur die komplett gelesenen Bücher zähle. Bin ich ja fast schon wieder in meiner alten Form. Am besten gefallen haben mir „Todesreigen“ und “ Hartmann und der böse Wolf“.

Begonnen zu lesen habe ich

„Der Augenmacher“ von Elias Haller

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„Woman in Cabin 10 “ von Ruth Ware

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Wie sieht den euer Lesemonat September aus? Seit ihr zufrieden? Wie fandet ihr die gelesenen Bücher?

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„Blutroter Frost“ – von Meredith Winter

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Taschenbuch: 339 Seiten
Verlag: Sommerburg Verlag; Auflage: 1 (1. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981872207
ISBN-13: 978-3981872200
Preis: 9,99€

Julie, 35, Anästhesistin, will sich mit einer eigenen Tageschirurgie selbstständig machen. Doch sie wird unwissend Mitglied einer Leichenteilmafia, welche beabsichtigt, ihren OP, als Sektionssaal zu nutzen. Zu verdanken hat sie dies ihrem Exfreund Benjamin, der sich als Makler ausgibt und durch sein erneutes Liebeswerben vorhat, sich Zugang zu ihrer Praxis zu verschaffen. In die Quere kommt ihm dabei Spencer, der neue Freund von Julie.
Und er ist beizeiten nicht der Einzige, nach dessen Leben die Leichenteilmafia trachtet …

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Das Buch „Blutroter Frost“ geschrieben von Meredith Winter ist dem Genre Thriller zu zuordnen, laut Autorin handelt es sich bei dem Werk um einen Ladythriller. Auf über 330 Seiten wird dem Leser die Geschichte der jungen Chirurgin Julie erzählt, die sich als Ärztin mit einer Tagesklinik selbstständig macht und dabei einer dubiosen Leichenteilmafia auf den Leim geht, denn der Kopf der Bande ist ihr Ex-Freund Benjamin. Dieser verschafft sich durch seine angebliche Maklertätigkeit Zugang zu den Praxisräumen von Julie und will diese als Sektionssaal für seine illegalen Machenschaften nutzen. Dabei kommt ihm allerdings der neue Freund von Julie, Spencer, in die Quere.

Angesprochen hat mich dieses Buch von Titel und Cover her und da ich viele Thriller lese, war ich erfreut, das mir Meredith Winter das Buch zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.

Leider, und da beginne ich gleich mal mit meinen Kritikpunkten, hat das Buch für mich nichts mit einem Thriller gemeinsam und auch den Titel des Buches in Bezug auf seine Handlung finde ich eher irreführend. Weder ging es in der Handlung blutig daher, noch konnte ich Thrillerelemente im Buch finden. Hier wäre eine Änderung von Titel und Genre vorteilhaft, weil so keine falschen Erwartungen geweckt werden.

Dennoch habe ich das Buch natürlich gelesen und ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt. Erzählt wird in erster Linie die Geschichte von Julie und Spencer, das zaghafte Entstehen ihrer Beziehung und die Höhen und Tiefen ebendieser. Die Handlung, was die Leichenteilmafia rund um Benjamin betrifft, wird im Buch eigentlich nebenbei und nicht sehr tiefgründig in die Handlung eingeflochten und ist nicht die Kernhandlung des Werkes. Das fand ich einerseits sehr schade, weil es auf dem Buchrücken eigentlich als Haupthandlung beschrieben wird, aber wenn man sich einmal auf die Handlung eingelassen hat, fällt es nicht mehr wirklich auf und man nimmt es einfach als gegeben hin. Von daher ordne ich das Buch auch eher einem Roman als einem Thriller zu.

Die Hauptprotagonisten Julie und Spencer waren mir sehr sympathisch und sind von der Autorin authentisch dargestellt. Eine langsam keimende Liebe mit einigem Auf und Ab wird spannend beschrieben und lässt den Leser mit fiebern, ob sich denn nun endlich daraus eine stabile Beziehung entwickelt oder nicht. Durch das ständige Einmischen von Julies Exfreund Benjamin und anderen Freunden Julies, die das ein oder andere Geheimnis haben und nicht immer mit offenen Karten spielen, wird die Beziehung von den beiden auf eine ganz schön harte Probe gestellt und mehrfach sieht der Leser die Beziehung schon wieder beendet noch bevor sie richtig begonnen hat. Das hat dann auch den Reiz des Buches und die Spannung in der Handlung für mich ausgemacht.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, die mit Wochentag und Datum versehen sind. Es lässt sich flüssig lesen, da der Schreibstil der Autorin angenehm ist.

Eher gemächlich geht es daher, was die Spannung des Buches angeht. Hier sollte der Leser nicht zu viel erwarten. Spannung, wie man es von einem Triller erwartet, sucht man hier vergeblich. Dennoch möchte man allerdings wissen, wie sich die Geschichte um die beiden Hauptprotagonisten entwickelt und ob es ein Happy End gibt.

Aufgrund meiner Kritikpunkte an dem Buch vergebe ich 3 Lupen.

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