„Hartmann und der böse Wolf“ – von Michael Frey Dodillet

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Broschiert: 335 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2017 (21. Juli 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404175514
ISBN-13: 978-3404175512
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 12,90€

Hartmann, Ex-Kommissar und Privatdetektiv wider Willen, soll Hundetrainer Bert Wolf unter die Lupe nehmen. Der hat seit der Eröffnung seiner Nobel-Hundeschule „Alpha Wolf“ nicht nur einen Berg Schulden, sondern auch sonst viel Dreck am Stecken. Aber dann liegt Wolf eines Tages ziemlich tot im Wald. Das Rudel der Verdächtigen ist groß. Zusammen mit Gitte-Bruno ermittelt Hartmann undercover in der illustren Welt der Hundefreunde – und stößt auf windige Machenschaften, verschrobene Trainer und bissige Frauchen aus der Schickeria -.

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Hartmann, Privatdetektiv und Ex- Kriminalkommissar, erhält telefonisch einen neuen Auftrag. Er soll einen Hundetrainer beschatten, da der Auftraggeber noch eine ganze Menge Geld von diesem bekommt. Tja, wie macht man das aber am besten und vor allem am unauffälligsten ohne Hund? Gar nicht, weil es schier unmöglich ist, ohne Hund unauffällig in einer Hundeschule aufzutauchen. Also schaut Hartmann als erstes zu, dass er irgendwoher einen Vierbeiner bekommt und sich mit dem dann Zutritt in die Hundeszene verschaffen kann. So kommt Gitte-Bruno ins Spiel, eine Hündin, die er sich mal eben aus dem Tierheim ausborgt, um seinen Auftrag ausführen zu können. Bei Wolf und seiner Hundeschule „Alpha Wolf“ bucht Hartmann Einzelstunden und erhält so einen Einblick in die High Society der Hundeszene. Nur dumm, dass schon nach den ersten Trainingseinheiten Wolf tot im Wald liegt und Hartmann noch keinen Schritt voran gekommen ist bei seinen Ermittlungen. Aber er gibt so schnell nicht auf und ermittelt weiter undercover mit Hilfe der Hundetrainerin Marlene und ehe er sich versieht, bekommt er erstens Gitte-Bruno nicht mehr los und steckt zweitens auch noch mitten drin in den Mordermittlungen von Wolf, was seinen Ex-Kollegen vom Kommissariat überhaupt nicht passt.

Vom Autor Michael Frey Dodillet habe ich schon einige Bücher gelesen und so war ich gespannt auf seinen ersten Kriminalroman. Wer selbst Besitzer eines Hundes ist, für den sind seine Bücher eigentlich ein „must have“. Und auch dieses Buch hat meine Lachmuskeln wieder ganz schön strapaziert, obwohl es sich um einen Kriminalroman handelt. Die flotten Sprüche Hartmanns sind phänomenal und bescherten mir amüsante Stunden beim Lesen des Buches.

Er schafft es, dass man sich beim Lesen selbst ertappt sieht, was missglückte Erziehungsversuche beim eigenen Hund angeht. Kommt einem alles irgendwie bekannt vor, was da im Buch an Maßnahmen so betrieben wird, um einem Hund die einfachsten Kommandos beibringen zu wollen. Da werden die Ermittlungen für Hartmanns Fall ab und an zur Nebensächlichkeit.

Geschickt versteht es der Autor, den Leser auf falsche Fährten zu führen und am Ende muss man sich eingestehen, dass man keinen blassen Schimmer hat, wer Wolf im Wald ermordet hat. Mir ging es jedenfalls so.

Hartmann als Hauptprotagonist ist ein Typ nach dem Motto „Außen hart, innen weicher Kern“ und das macht ihn trotz der flotten Sprüche auch so sympathisch mit Gitte-Bruno an seiner Seite.

Marlene ist eine taffe Frau, die wie Hartmann einen flotten Spruch nach dem anderen auf Lager hat und Hartmann des Öfteren die Meinung geigt. Mir hat sie daher sehr gefallen und ich hoffe, sie bleibt uns auch in den weiteren Bänden um Privatdetektiv Hartmann erhalten.

Das Buch lässt sich absolut flüssig lesen, was nicht zuletzt am großartigen Humor lag, den der Autor hier gekonnt in die verschiedenen Szenen einflechtet. Man kann wunderbar miträtseln, was die Ermittlungen betrifft und auch wenn ich nicht auf den Täter gekommen bin, hat es mir großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen und ich freue mich auf weitere Abenteuer von Hartmann, Gitte-Bruno und Marlene.

Das Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung und ist schon jetzt eines meiner Highlites an gelesenen Büchern in diesem Jahr.

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Meine Lesemonat September

Da ich nun wieder mehr Zeit zum lesen und rezensieren habe, freue ich mich echt, dass ich endlich wieder zum lesen komme, ohne unter Druck zu stehen. Besser noch….ich kann auf Arbeit lesen ( erlaubt vom Arbeitgeber ). Da hoffe ich auch, meinen SUB ein wenig abbauen zu können…..obwohl, zur Zeit gibt es so tolle Neuerscheinungen und ich bin mal wieder dem Kaufrausch beim örtlichen Buchhändler verfallen. So geht er wenigstens wegen mit nicht pleite.

Im September habe ich einige Bücher gelesen oder begonnen zu lesen.

Komplett gelesen habe ich

„Todesreigen“ von Andreas Gruber

Todesreigen

„Gottes rechte Hand“ von Rhena Weiss

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„Hartmann und der böse Wolf“ von Michael Frey Dodillet

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„Blutroter Frost“ von Meredith Winter

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„M.I.A. Das Schneekind“ von Edgar Rai und Kathrin Andres

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Das ergibt insgesamt 1970 Seiten, wenn ich nur die komplett gelesenen Bücher zähle. Bin ich ja fast schon wieder in meiner alten Form. Am besten gefallen haben mir „Todesreigen“ und “ Hartmann und der böse Wolf“.

Begonnen zu lesen habe ich

„Der Augenmacher“ von Elias Haller

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„Woman in Cabin 10 “ von Ruth Ware

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Wie sieht den euer Lesemonat September aus? Seit ihr zufrieden? Wie fandet ihr die gelesenen Bücher?

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„Blutroter Frost“ – von Meredith Winter

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Taschenbuch: 339 Seiten
Verlag: Sommerburg Verlag; Auflage: 1 (1. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981872207
ISBN-13: 978-3981872200
Preis: 9,99€

Julie, 35, Anästhesistin, will sich mit einer eigenen Tageschirurgie selbstständig machen. Doch sie wird unwissend Mitglied einer Leichenteilmafia, welche beabsichtigt, ihren OP, als Sektionssaal zu nutzen. Zu verdanken hat sie dies ihrem Exfreund Benjamin, der sich als Makler ausgibt und durch sein erneutes Liebeswerben vorhat, sich Zugang zu ihrer Praxis zu verschaffen. In die Quere kommt ihm dabei Spencer, der neue Freund von Julie.
Und er ist beizeiten nicht der Einzige, nach dessen Leben die Leichenteilmafia trachtet …

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Das Buch „Blutroter Frost“ geschrieben von Meredith Winter ist dem Genre Thriller zu zuordnen, laut Autorin handelt es sich bei dem Werk um einen Ladythriller. Auf über 330 Seiten wird dem Leser die Geschichte der jungen Chirurgin Julie erzählt, die sich als Ärztin mit einer Tagesklinik selbstständig macht und dabei einer dubiosen Leichenteilmafia auf den Leim geht, denn der Kopf der Bande ist ihr Ex-Freund Benjamin. Dieser verschafft sich durch seine angebliche Maklertätigkeit Zugang zu den Praxisräumen von Julie und will diese als Sektionssaal für seine illegalen Machenschaften nutzen. Dabei kommt ihm allerdings der neue Freund von Julie, Spencer, in die Quere.

Angesprochen hat mich dieses Buch von Titel und Cover her und da ich viele Thriller lese, war ich erfreut, das mir Meredith Winter das Buch zum Lesen und Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.

Leider, und da beginne ich gleich mal mit meinen Kritikpunkten, hat das Buch für mich nichts mit einem Thriller gemeinsam und auch den Titel des Buches in Bezug auf seine Handlung finde ich eher irreführend. Weder ging es in der Handlung blutig daher, noch konnte ich Thrillerelemente im Buch finden. Hier wäre eine Änderung von Titel und Genre vorteilhaft, weil so keine falschen Erwartungen geweckt werden.

Dennoch habe ich das Buch natürlich gelesen und ich habe mich trotzdem gut unterhalten gefühlt. Erzählt wird in erster Linie die Geschichte von Julie und Spencer, das zaghafte Entstehen ihrer Beziehung und die Höhen und Tiefen ebendieser. Die Handlung, was die Leichenteilmafia rund um Benjamin betrifft, wird im Buch eigentlich nebenbei und nicht sehr tiefgründig in die Handlung eingeflochten und ist nicht die Kernhandlung des Werkes. Das fand ich einerseits sehr schade, weil es auf dem Buchrücken eigentlich als Haupthandlung beschrieben wird, aber wenn man sich einmal auf die Handlung eingelassen hat, fällt es nicht mehr wirklich auf und man nimmt es einfach als gegeben hin. Von daher ordne ich das Buch auch eher einem Roman als einem Thriller zu.

Die Hauptprotagonisten Julie und Spencer waren mir sehr sympathisch und sind von der Autorin authentisch dargestellt. Eine langsam keimende Liebe mit einigem Auf und Ab wird spannend beschrieben und lässt den Leser mit fiebern, ob sich denn nun endlich daraus eine stabile Beziehung entwickelt oder nicht. Durch das ständige Einmischen von Julies Exfreund Benjamin und anderen Freunden Julies, die das ein oder andere Geheimnis haben und nicht immer mit offenen Karten spielen, wird die Beziehung von den beiden auf eine ganz schön harte Probe gestellt und mehrfach sieht der Leser die Beziehung schon wieder beendet noch bevor sie richtig begonnen hat. Das hat dann auch den Reiz des Buches und die Spannung in der Handlung für mich ausgemacht.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, die mit Wochentag und Datum versehen sind. Es lässt sich flüssig lesen, da der Schreibstil der Autorin angenehm ist.

Eher gemächlich geht es daher, was die Spannung des Buches angeht. Hier sollte der Leser nicht zu viel erwarten. Spannung, wie man es von einem Triller erwartet, sucht man hier vergeblich. Dennoch möchte man allerdings wissen, wie sich die Geschichte um die beiden Hauptprotagonisten entwickelt und ob es ein Happy End gibt.

Aufgrund meiner Kritikpunkte an dem Buch vergebe ich 3 Lupen.

3Lupen

 

 

„Anders“ von Anita Terpstra

Anders
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (15. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373410257X
ISBN-13: 978-3734102578
Preis: 9,99€

Alma Meester, ihr Mann Linc und die beiden Kinder Iris und Sander sind eine ganz normale, glückliche Familie. Bis zu dem Tag, als der elfjährige Sander zusammen mit einem Freund während eines Ferienlagers spurlos verschwindet. Der andere Junge wird kurz darauf tot aufgefunden, doch Sander bleibt wie vom Erdboden verschluckt. Sechs Jahre später meldet sich ein junger Mann bei einer deutschen Polizeistation. Er sei der verschwundene Sander Meester. Die Familie ist überglücklich, doch nach und nach kommen der Mutter Zweifel. Ist der Junge wirklich ihr Sohn? Und was ist in der Nacht damals tatsächlich passiert?

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Alma Meester lebt glücklich mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern bis ihr Glück jäh zerstört wird, als ihr Sohn Sander von einer Nachtwanderung, welches vom Feriencamp organisiert wird, nicht zurückkehrt. Aber es kommt noch schlimmer. Sanders Freund, mit dem er unterwegs war, wird tot im Wald aufgefunden und der eigene Vater wird verdächtigt, mit dem Mord und dem Verschwinden etwas zu tun zu haben. 6 Jahre später taucht ein Teenager auf einer deutschen Polizeistation auf und behauptet, der vor Jahren vermisste Sander zu sein. Überglücklich ist die Familie Meester wieder vereint. Doch der Schein trügt und Sanders Mutter beginnt zu zweifeln, ob der wiedergekehrte Sohn wirklich Sander ist. Zudem kommen noch ganz andere Familiengeheimnisse zutage und Alma sieht sich mit einer Vergangenheit konfrontiert, die ein einziger Alptraum ist……

Das Buch „Anders“ wurde von Anita Terpstra geschrieben und von Jörn Pinnow ins Deutsche übersetzt. Es erschien im August 2016 im Blanvalet Taschenbuch Verlag und umfasst 384 Seiten.

Gleich zu Beginn taucht der Leser in die Geschehnisse des Verschwindens von Sander ein und unweigerlich leidet man mit der Mutter von ihm mit. Das Verschwinden des eigenen Kindes ist mit das schlimmste, was Eltern passieren kann. Dementsprechend groß ist da natürlich die Freude, als Jahre später der verschollene Sohn wiederauftaucht. Doch die Freude wird getrübt und der Leser bekommt immer mal ein paar kleine Hinweise, dass es sich vielleicht doch nicht um den Sohn von Alma handeln könnte, denn die Mutter hegt leise Zweifel und beginnt zu recherchieren, was damals wirklich passiert ist in jener Nacht vor 6 Jahren.

Für einen Thriller war mir bei diesem Buch von allem zu wenig vorhanden, was einen guten Thriller ausmacht – zu wenig Spannung, zu wenig Nervenkitzel, zu wenig das Gefühl, das Buch nicht aus der Hand legen zu können. Die Spannung ist eher unterschwellig vorhanden und zeichnet sich vor allem durch die Verhaltensweisen von Sander und die Familiengeheimnisse aus, denen Alma versucht, auf den Grund zu gehen. Mehr Spannung war für mich nicht erkennbar und ich habe das Buch zwischenzeitlich sogar wochenlang nicht angerührt.

Mit den Charakteren bin ich nicht wirklich warm geworden. Sander war sowieso ein unsympathischer Typ, den man schlecht einschätzen konnte. Alma war einfach nur nervig und ich fand es für eine Mutter sehr schlimm, dass sie Sander ein Leben lang bevorzugt hatte und die Tochter Iris immer zweite Geige war. Die tat mir echt leid, weil ihr auch keiner Glauben schenkte und sie echt gelitten hat in ihrer Kindheit. Der Vater kam mit der ganzen Situation überhaupt nicht zurecht war mir neben der Tochter trotzdem noch mit am sympathischsten.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt, die jeweils aus einer anderen Sichtweise der Protagonisten geschrieben sind. Damit bringt die Autorin zwar Abwechslung ins Geschehen, kann aber meiner Meinung nach keinen Spannungsbogen aufbauen, weil einfach keine rechte Spannung vorhanden ist – von ein paar unerwarteten Wendungen und dem letzten Drittel des Buches abgesehen. Da schafft es Anita Terpstra doch noch, dass ich wissen möchte, wie die Handlung des Buches ausgeht.

Der Schreibstil der Autorin ist nicht schlecht, trotzdem hat das Buch an einigen Stellen Längen, die nicht hätten sein müssen. Das Ende ist schlüssig und es bleiben keine Fragen offen.

Leider konnte mich dieses Buch nicht wirklich überzeugen, für einen Thriller hatte ich einfach mehr erwartet. Das Buch bekommt daher leider nur 2 Sterne von mir, weil ich wohl abgebrochen hätte, wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre.

2Lupen

„Gottes rechte Hand“ – von Rhena Weiss

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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (21. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442485789
ISBN-13: 978-3442485789
Preis: 9,99

Wien: Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Männer auf höchst brutale Weise getötet. Michaela Baltzer und ihr Team vom LKA tappen zunächst im Dunkeln. Doch dann begreifen sie, dass der Mörder eine Art Gottesurteil vollzogen hat. Im Laufe der Ermittlungen zeigt sich das ganze Ausmaß der Mordserie, denn es gehen noch mehr Tote auf das Konto des Täters. Bald weiß Michaela nicht mehr, wem sie trauen kann, denn alle Fäden scheinen bei Bernd Dalisch, dem neuen Kriminalpsychologen des LKA, zusammenzulaufen. Um den Killer zu finden, muss Michaela ihre Prinzipien über Bord werfen und sogar den verurteilten Psychopathen Kilian Weilmann um Hilfe bitten …

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Michaela Baltzer arbeitet beim Landeskriminalamt in Wien und muss mit ihrem Team die grausamen Morde zweier Männer aufklären. Auf dem ersten Blick haben die Morde nichts miteinander gemein, doch schnell merken sie, dass der Mörder sich seine Opfer nicht willkürlich aussucht, sondern sogenannte Gottesurteile vollzieht. Im Laufe der Ermittlungen findet Michaela heraus, dass nicht nur diese beiden Toten auf das Konto von „Gottes rechter Hand“ gehen, sondern noch einige mehr und irgendwie auch ihr Kollege und guter Freund Bernd Dalisch in diese Morde involviert ist. Michaela weiß nicht mehr, wem sie vertrauen kann und sie muss zu Mitteln greifen bei den Ermittlungen, die ihr überhaupt nicht gefallen, denn die Zeit arbeitet gegen sie……

Rhena Weiss ist mit dem Buch „Gottes rechte Hand“ ein spannender Thriller gelungen, den man nur schwer aus der Hand legen möchte. Das Buch ist der Folgeband von „Das Böse in euch“. Ich kenne den Vorgängerband nicht und denke, man kann die Bücher gut getrennt lesen. Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl gehabt, dass mir wichtige Informationen aus dem ersten Band fehlen, weil diese gekonnt in die Handlung dieses Buches von der Autorin eingeflochten werden. Für die Entwicklung der Hauptprotagonisten empfehle ich aber dennoch, beide Bände in logischer Reihenfolge zu lesen.

Die Hauptprotagonisten sind von Rhena Weiss sehr authentisch ausgearbeitet worden und waren mir auch sehr sympathisch. Michaela ist eine Frau, die ihren Job sehr ernst nimmt und sich bestens auskennt in ihrem Beruf. Leider trifft das für ihr Privatleben und ihre Beziehungen zu Männern weniger zu. Da weiß sie nicht wirklich was sie will bzw. ihr Herz weiß es sehr wohl, aber der Verstand sagt etwas anderes. Michaela sollte da mal mehr auf Herz und Bauch hören. Bernd ist Kriminalpsychologe am LKA Wien und seinen Spürsinn, wann Menschen lügen oder die Wahrheit sagen, fand ich sehr interessant. Er ist sich im Gegensatz zu Michaela auch sehr sicher, wie und mit wem er sich sein Leben vorstellt. Nur an der Umsetzung hapert es leider. Mit seiner liebevollen Art hatte er alle Sympathiepunkte auf seiner Seite.

Dann wäre da noch Valerie, die Nichte von Michaela. Sie ist der typische Teenager, der nicht genau weiß, welche berufliche Laufbahn er einschlagen soll in seinem Leben. Pianistin oder Polizistin? Am Ende entscheidet sie sich dennoch richtig. Für ihr Alter fand ich Valerie schon sehr reif. Keine Partys oder ein Freund nach dem anderen, nein, sie macht sich ernsthaft Gedanken um ihre Zukunft und hilft Michaela, wo sie kann und es ihr möglich ist. Großartige Diskrepanzen oder Streitereien gibt es bei ihr nicht….ein Teenager, wie ihn sich wohl viele Eltern wünschen.

Das Buch ist von Beginn an spannend. Der Prolog schon hat es in sich und die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Obwohl ich relativ früh einen Verdacht den Mörder betreffend hatte, schafft es die Autorin dennoch gekonnt, mich an die Handlung zu fesseln. Nicht zuletzt wegen dem guten Spagat, was Tätersuche und Privatleben von Michale Baltzer betrifft, mit dem Rhena Weiss die Seiten des Buches füllt. Am Ende erwartet den Leser ein Showdown, der zwar vorauszusehen war, aber trotzdem spannend zu lesen ist und meine Erwartungen erfüllt hat. Dem Leser bleiben keine Fragen offen und Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung der Reihe.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass aus verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten geschrieben wurde. Besonders die „rechte Hand Gottes“ fand ich hier gelungen und gab einen guten Einblick in die Psyche des Täters.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich gebe gern verdiente 5 Lupen.

5Lupen

 

„Nummer 25“ – von Frank Kodiak

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Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. Juli 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426520095
ISBN-13: 978-3426520093
Preis: 9,99€

Psychopath gegen Psychopath: ein nervenzerrender Thriller, ein unerbittliches Duell auf Leben und Tod.

Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen von seinen Thrillern. Nichts bereitet Zordan mehr Freude als das detailgenaue Beschreiben ausgefallener Tötungsmethoden. Das gelingt dem Einzelgänger nur, weil er sich selbst für einen Psychopathen hält. Er ist kontaktscheu, meidet andere Menschen und lebt einsam in einem ehemaligen Forsthaus im Wald. Er weiß: Würde er nicht in seinen Büchern töten, müsste er auf die Realität ausweichen.
Als er eines Morgens im Garten die übel zugerichtete Leiche eines Mädchens im Teenageralter findet, meldet er es nicht der Polizei, sondern lässt sich auf ein Psychoduell mit einem Mörder ein, der ihn offenbar herausfordert. Und muss erkennen, dass er selbst weit entfernt ist von dessen kaltblütiger Grausamkeit.

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Der erfolgreiche Schriftsteller Andreas Zordan ist ein absoluter Einzelgänger und bezeichnet sich selbst als Psychopath. Er lebt in einem ehemaligen Forsthaus im Wald und meidet Menschen wie Katzen das Wasser. Zurückgezogen schreibt er Thriller, die auf den Bestsellerlisten landen und ziemlich abgefahren sind, was Tötungstmethoden angeht. Aber dafür lieben ihn seine Fans. Allerdings findet einer von ihnen wohl besonders Gefallen an Zordan, denn eines morgens findet dieser eine übel zugerichtete Mädchenleiche in seinem Garten. Statt aber die Polizei zu informieren, begibt er sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Ihm zur Seite steht die junge, aber noch unerfahrene Journalistin Greta Weiß, die von Zordan unbedingt ein Interview möchte, um in ihrer Kariere schnell voran zu kommen. Doch Greta muss schnell erkennen, dass Zordan ein gefährlicher und nicht zu unterschätzender Mensch ist und sie stellt sich die Frage, inwieweit sie ihm überhaupt glauben und vertrauen kann.

Hinter dem Pseudonym Frank Kodiak versteckt sich kein geringerer Autor als Andreas Winkelmann – der schon zahlreiche Thriller erfolgreich veröffentlicht hat und bei Fans des Thriller-Genre kein Unbekannter ist. Dementsprechend freute ich mich auf dieses Buch. Auf fast 400 Seiten erwartet den Leser Spannung, Nervenkitzel, unerwartete Wendungen, falsche Fährten, ein mitreißender Plot und ein Ende, das es in sich hat und den Leser doch ein klein wenig verblüfft.

Die Figuren sind gut ausgearbeitet, mit Zordan kann man sich als Leser eh nicht wirklich anfreunden, weil er ein von sich selbst überzeugter, arroganter Mensch ist, dem die Meinung anderer herzlich egal ist. Trotzdem passte genau das zu seinem Charakter. Fragt sich, wieviel Frank Kodiak in Andreas Zordan steckt?

Greta Weiß ist eine Frau, die zwar weiß, was sie will, dabei aber doch noch unerfahren und etwas naiv ist. Manche ihrer Handlungen konnte ich nicht wirklich nachvollziehen.

Leider fand ich, dass die Spannung in der Mitte des Buches ein wenig nachließ. Normalerweise lese ich Thriller in einem Rutsch durch, hier lag das Buch auch mal ein paar Tage im Regal. Die Kurve hat Frank Kodiak aber dann doch wiederbekommen, was Spannung angeht und gegen Ende des Buches konnte ich es dann auch nicht mehr aus der Hand legen.

Für einen Pageturner hat „Nummer 25 “ nicht ganz gereicht, ich vergebe deshalb 4 von 5 Lupen.

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„Todesspiegel“ – von Florian Gerlach

 

Todesspiegel
Taschenbuch: 228 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (3. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 154710872X
ISBN-13: 978-1547108725
Preis: 9,99€

Anna glaubt mit David endlich die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Wenige Tagen nach seinem plötzlichen Verschwinden wird sie von einem maskierten Mann bedroht. Nach dem Überfall verschanzt sie sich in ihrer Wohnung. Aber dort ist sie dem Serienkiller hilflos ausgeliefert! Hat David sich ihr Vertrauen erschlichen? Ist er der Mann hinter der Ledermaske?

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Anna ist eine junge Frau, die zwar beruflich mit beiden Beinen im Leben steht, aber den Mann an ihrer Seite noch nicht wirklich gefunden hat. Auf einer Party lernt sie einen fremden Mann kennen, der sie in ihren Bann zieht. Doch dieser hat nichts Gutes im Sinn und Anna wird in letzter Minute von ihrem Nachbarn David, den sie bis dato gar nicht kannte, gerettet. Zwischen Anna und David beginnt es heftig zu knistern, doch ehe sich daraus eine Beziehung entwickeln kann, verschwindet David spurlos. Und der Mann von der Party ist immer noch hinter Anna her………

„Todesspiegel“ von Florian Gerlach ist ein Thriller mit etwas über 200 Seiten. Die Kapitel sind ziemlich kurz gehalten, so dass man als Leser gut vorankommt. Ich habe das Buch an einem Abend durchgelesen. Ich empfand das Buch jetzt nicht als den Pageturner, aber irgendwie zog es mich doch in seinen Bann. Die Story ist so neu nicht, allerdings fand ich es schon sehr beklemmend und gruselig, wie ein einzelner Mensch dein komplettes Leben auf den Kopf stellen kann und du dem ganzen einfach nur hilflos ausgeliefert bist und nicht einmal deine eigene Wohnung dir mehr Sicherheit bieten kann.

Anna ist als Protagonistin für meine Begriffe ein wenig sehr naiv dargestellt. Wenn man einer Vergewaltigung nur knapp entgangen ist, führt einen doch der erste Weg zur Polizei, oder? Ihr Kopfkino, wie die Richter bei einer versuchten Vergewaltigung reagieren würden, konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Auch in anderen Szenen ist ihr Tun und Handeln einfach nur naiv und kindisch und ließ mich manches Mal an ihrer Intelligenz zweifeln.

Auch die anderen Protagonisten sind nicht wirklich tiefgründig dargestellt. Da spielt eine Ehefrau dilletantisch Sherlock Holmes, obwohl sie Verantwortung für ein Kind hat und gerät dadurch in Lebensgefahr.

David, der Nachbar, ist mehr darauf bedacht, sein Vermögen geheim zu halten, weil er denkt, die Frauen seien nur hinter diesem her und riskiert dadurch seine Beziehung zu Anna.

Einzig Ben, der durchgeknallte Psychopath, war so dargestellt, wie man es sich wünscht. Gerissen, eiskalt, ohne Skrupel, von sich selbst überzeugt und das Böse in Person schlechthin.

Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Auch wenn vieles in der Handlung vorhersehbar war, wollte man als Leser doch wissen, wie es weitergeht. Am Ende gab es dann einen großen Showdown, der schon ein wenig „to much“ war für mich. Der Schluss blieb leider offen, was ich hier sehr schade fand.

Nichtdestotrotz fand ich das Buch unterhaltsam, eine tiefgründige Lektüre sollte man aber nicht erwarten.

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