Hörbuch „Weinende Wasser“ von Karin Brynard

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Audio CD
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Audio) (10. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785752318
ISBN-13: 978-3785752319
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 19,99€

„Den großen Mann aus der großen Stadt“ – so nennen seine neuen Kollegen Albertus Beeslaar. Der 2 Meter große Inspector hat sich erst vor Kurzem in den Norden Südafrikas versetzen lassen, in die staubtrockene Provinz Nordkap. Nach über 20 Jahren bei der Mordkommission in Johannesburg wünscht Beeslaar sich nichts mehr als einen ruhigen Posten auf dem Land. Doch ein furchtbares Verbrechen bringt ihn auch hier um den Schlaf: Auf einer Farm werden eine junge Frau und ihr Kind ermordet, ihre Leichen zudem seltsam drapiert. Beim Anblick des grausigen Tatorts ahnt der Inspector, dass dieser Fall ihn bis an seine Grenzen treiben wird.

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„Weinende Wasser“ ist ein Buch von Karin Brynard und erschien im Juni 2016 im Verlag Bastei Lübbe. Ich habe das Buch als Hörbuch angehört. Der Sprecher des Hörbuches ist Achim Buch und ich kann schon vorweg sagen, dass er seine Sache toll gemacht hat. Man hatte beim hören das Gefühl, es wären mehrere Sprecher und nicht nur einer. Er kann wunderbar akzentuieren und seine Stimme entsprechend dem jeweiligen Protagonisten anpassen. Klasse Leistung!

Im Hörbuch geht es um Inspector Beeslaar, der neu in die Provinz Nordkap nach Südafrika versetzt wurde. Dort geschieht ein grausamer Mord an einer jungen Frau und einem kleinen Mädchen auf deren Farm. Die Leiche der Frau ist seltsam an einen Stuhl drapiert und während die meisten Kollegen und auch Einheimischen von einem Farmmord ausgehen, die sehr oft in der Region passieren, glaubt Beeslaar nicht an diese Theorie. Genauso geht es auch der Schwester der Toten, die sich nun um den Nachlass kümmert und ihre eigenen Nachforschungen anstellt……

Wenn man an Südafrika denkt, hat man ja sofort Bilder im Kopf vom Kap der guten Hoffnung, einer atemberaubende Landschaft und eine große Artenvielzahl an Tieren. Leider sieht die Realität dort meist ganz anders aus und die Farmer dieser Region kämpfen tagtäglich ums nackte Überleben. Nicht nur die langen Trockenperioden machen ihnen zum Beispiel zu schaffen, nein, der Mensch selbst ist es. Farmmorde sind ebenso wie Viehdiebstähle an der Tagesordnung. Im letzten Jahr gab es allein über 100 Überfälle auf Farmen. Diese Problematik packt die Autorin in das Buch und wenn man beim Hören der Cd´s bedenkt, dass dies bittere Realität ist und nicht der Fantasie der Autorin entsprungen, stellen sich hier und da die Nackenhaare schon mal auf.

 Leider konnte mich das Hörbuch dennoch nicht überzeugen. Wahrscheinlich wäre ich hier mit der Printausgabe auch besser dran gewesen, denn dann wäre ich mit den vielen ausländischen Namen nicht so durcheinander gekommen.

Beeslaar ist ein interessanter Protagonist mit so einigen Geheimnissen. Er scheint schneller zu reden als zu denken, was ihm ab und an zum Verhängnis wird. Trotzdem hat er das Herz am rechten Fleck. Die anderen Protagonisten waren mir ehrlich gesagt bis auf Freddi, die Schwester der Toten, zu undurchsichtig. Das machte mir ein Verfolgen der Handlung auch teilweise schwer. Spannung wurde nicht richtig aufgebaut und hielt sich auch nicht bis zum Schluß. Es war einfach zu viel drumrum um die Handlung und teilweise ein wenig durcheinander. Ich hatte mir echt überlegt, die  CD´s nicht nur einmal anzuhören. Aber dazu hat mir dann echt die Lust gefehlt.

Als Auftakt einer Krimireihe ist es kein schlechtes Hörbuch mit einem sympathischen Inspector als Hauptprotagonist. Die Handlung konnte mich dennoch nicht wirklich überzeugen, allerdings fand ich das Hintergrundwissen, was man hier über die Lage Südafrikas bekommen hat, sehr anschaulich dargestellt.

Das Hörbuch bekommt von mir 3 Lupen.

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„Die Zeitagentin: Ein Fall für Peri Reed“ – von Kim Harrison

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Broschiert: 640 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453317300
ISBN-13: 978-3453317307
Preis: 14,99€

Peri Reed ist jung, sexy und tough. Doch das ist nicht das Beste an ihr! Was sie einzigartig macht, ist ihre Gabe: Peri kann vierzig Sekunden in der Zeit zurückspringen und die Vergangenheit verändern. Ein unschätzbarer Vorteil, wenn man für eine staatliche Geheimorganisation arbeitet, die Jagd auf die gefährlichsten Kriminellen der USA macht. Bis Peri eines Tages der Korruption verdächtigt wird und fliehen muss. Plötzlich zur Staatsfeindin Nummer eins geworden, ist sie fest entschlossen, ihre Unschuld zu beweisen und die Drahtzieher dieser Verschwörung ausfindig zu machen. Doch Peri kann niemandem mehr vertrauen – nicht einmal dem Mann, den sie liebt …

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„Die Zeitagentin: Ein Fall für Peri Reed“ ist ein Roman, der von Kim Harrisson geschrieben und im Heyne-Verlag im April 2016 veröffentlicht wurde.  Der Roman umfasst 640 Seiten.

Es geht um die Zeitagentin Peri Reed, die für die Firma Opti arbeitet und die Gabe besitzt, 40 Sekunden zurück in die Vergangenheit zu springen und damit den Verlauf der Zukunft zu verändern, in dem sie eine zweite, alternative Zeitlinie aufstellt. Opti ist eine Geheimorganisation, die Jagd auf gefährliche Kriminelle macht. An ihrer Seite steht Jack, ihr Anker, der Peri hilft, die beiden Zeitlinien ( Original und Alternativlinie) nun für sich wieder im Gedächtnis zu ordnen. Doch Jack und Peri verbindet mehr, sie sind ein Liebespaar. Bei Peris letztem Auftrag läuft dann leider einiges schief und Peri muss sich plötzlich mit dem Vorwurf der Korruption auseinander setzen, der nicht nur aus der eigenen Firma kommt, sondern auch von der Allianz, einer Organisation, welche die Arbeit der Opti stark verurteilt und die Firma vernichten möchte. Eh Peri weiß, wie ihr geschieht, wird sie nun plötzlich vom Jäger zur Gejagten…….und hat keine Ahnung, wem sie noch trauen kann.

 Mit seinen über 600 Seiten ist der Roman ein Buch, wo ich mir genau überlegt habe, ob ich es im Rahmen einer Leserunde lese oder nicht. Der Klappentext hat es entschieden, denn der Plot klang spannend. Leider konnte das Buch aber meine Erwartungen so nicht erfüllen, was ich sehr schade fand. Die Autorin zieht die Handlung mit immer wiederkehrenden gleichen Situationen derart in die Länge, dass dem Buch locker 200 Seiten weniger gereicht hätten, es dafür aber echt spannender gewesen wäre. Zu Beginn war ich schon ein wenig verwirrt über die Zeitsprünge und Zeitlinien, ich wusste teilweise weder, wo ich in der Handlung war, noch in welcher Zeit Peri Reed gerade agierte. Da brauchte es einige Seiten, bis ich das System dahinter verstanden habe.

Der Plot ist komplex und man muss sich doch arg konzentrieren, um überhaupt folgen zu können. Ein Buch mal eben für zwischendurch ist es also absolut nicht. Dem Leser werden ständig neue Fährten präsentiert, was die korrupten Gegner, bzw. auch korrupten Personen aus den eigenen Reihen angeht. Mir schwirrte der Kopf und ich hatte nicht immer einen Plan, wer aus Peri Reeds Umfeld nun korrupt ist oder nicht. Etwas weniger Verwirrung und mehr klare Struktur wäre hier von Vorteil und fürs Lesen wesentlich entspannender gewesen.

Die Charaktere haben mir gut gefallen. Peri ist eine junge, dynamische Frau, die weiß, was sie will, notfalls mit Einsatz verschiedener Kampftechniken. Dafür wurde sie aber auch von klein auf ausgebildet. Neben ihrer Coolness ist sie aber auch eine Frau mit Gefühlen und an denen hält sie auch fest, bis sie erkennen muss, dass sie selbst ihrem Liebsten nicht trauen kann. Die Verzweiflung, die auf dieser Erkenntnis folgte, war spürbar und machte Peri auch irgendwie verletzlich. Man sah sie nicht nur mehr als „Kampfmaschine“.

Die anderen Protagonisten waren ebenfalls gut dargestellt, auch wenn mir vom Handeln her natürlich nicht jeder Charakter sympathisch war. Aber es kann ja auch nicht nur „die Guten“ geben.

Der Schreibstil der Autorin war für mich ein wenig wechselhaft. Immer wieder gab es sehr spannende Szenen, auf denen dann leider gähnende Langeweile folgte. Bei 640 Seiten Buch kann das ganz schön an die Substanz gehen und störte meinen Lesefluss ungemein. Ich war daher ehrlich gesagt froh, als ich das Buch zuklappen konnte.

Die Fortsetzung dieses Romans werde ich wohl daher eher nicht lesen. Schade, dass die Autorin die Handlung so in die Länge gezogen hat, hier wäre weniger mehr gewesen.

Ich gebe dem Buch trotzdem 3 Sterne, weil der Plot sehr interessant war und es einfach an der Umsetzung haperte.

3Lupen

„Schuld bist Du“ – von Jutta Maria Herrmann

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Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426518511
ISBN-13: 978-3426518519
Preis: 9,99€

„Schuld bist du!“ – Diese mit Blut an eine Fensterscheibe geschmierte Botschaft findet der Journalist Jakob Auerbach in seiner leergeräumten Wohnung vor, als er von einer Dienstreise zurückkehrt. Von seiner Frau Anne und der kleinen Tochter Mia fehlt jede Spur. Auf der Suche nach ihnen hetzt er durch die nächtlichen Straßenschluchten von Berlin, ohne zu ahnen, dass er selbst der Gejagte ist.

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Als der Politikjournalist Jakob Auerbach von einer beruflichen Vietnamreise nach Berlin zurückkehrt, findet er seine Wohnung leer vor. Weder seine Lebensgefährtin Anna, noch Mia, die gemeinsame Tochter, noch irgendein Möbelstück sind in der gemeinsamen Wohnung zu finden. Zuerst denkt Jakob, es handle sich um ein Missverständnis und er hat sich im Tag geirrt. Denn 2 Tage später will die Familie von der Stadt aufs Land ziehen, wo sie in mühevoller Eigenleistung ein altes Haus mit großem Grundstück saniert haben. Doch auch dort ist seine Familie nicht.

Dafür taucht Tamara auf, eine alte Bekanntschaft und frühere Liebe von Jakob. Auf der Suche nach seiner Familie macht Jakob einige grausame Entdeckungen. Warum findet er plötzlich eine Kinderleiche auf einer Baustelle, neben der eine Geige liegt. Und dann sind da noch mehr Kinderleichen in der Wohnung von seinem besten Freund Lukas. Was hat das alles zu bedeuten? Und warum steht an der Wand von Lukas Wohnung mit Blut geschrieben „Schuld bist DU!“? Wo sind Anna und seine Tochter? Wurden sie entführt? Jakob fürchtet, dass ihn jemand psychisch fertig machen und sein Leben zerstören will. Doch die Wahrheit ist viel schlimmer…..

In einem zweiten Handlungsstrang erleben wir eine Frau am Krankenbett eines Mannes, der wohl im Koma liegt. Man kann nur mutmaßen, um wenn es sich bei dem Patienten handelt. Die Frau bleibt ebenfalls sehr lange eine Unbekannte. Was dieser Mann und die Frau mit Jakob und dem Verschwinden von Anna und Mia zu tun haben, erfährt  der Leser erst sehr spät im Laufe der Handlung.

Jutta Maria Herrmann ist mit diesem Buch ein Psychothriller gelungen, der so verworren, so komplex ist, dass man rätseln kann, wie man möchte. Erst auf den letzten Seiten fügt sich das große Puzzel zu einem Ganzen zusammen. Was ich bei den vielen Fragezeichen während des Lesens gut fand, war, dass dennoch ein roter Faden durch das Buch führte und man da nicht noch verwirrt wurde.

Die beiden Handlungsstränge fließen auf den letzten Seiten zusammen und entwirren die vielen Fragezeichen, die man als Leser unweigerlich bekommt.

Die Autorin schafft es geschickt, viele falsche Fährten zu legen und irgendwann weiß man als Leser gar nicht mehr, was hier Realität ist und was nicht. Dennoch ist Spannung von Beginn an vorhanden. Der Schreibstil ist fesselnd und man merkt die Verzweiflung des Hauptprotagonisten förmlich selbst, denn wie man auch nur denkt, man weiß nun, was passiert ist – Pustekuchen, nichts weiß man.

Das ist einerseits ziemlich frustrierend, andererseits sorgt es für den notwendigen Spannungsaufbau. Das Buch aus der Hand legen fällt dementsprechend schwer.

Das Ende ist überraschend und mit kleinen offenem Ende. Dies störte mich hier aber nicht, denn trotzdem ist es ein runder Abschluss.

„Schuld bist du“ ist dann nicht nur der Titel des Buches, sondern auch das Thema. Wer hat Schuld und wie geht man mit seiner Schuld um? Kann die Schuld so schwer wiegen, dass sie dein ganzes Leben verändert?

Ein rundum gelungener Psychothriller, der nicht nur während des Lesens, sondern auch noch danach so einige Fragen beim Leser hinterlässt.

Das Buch bekommt von mir 5 Lupen und eine Leseempfehlung.

5Lupen

 

 

„Psychoid: Der Feind in Oliver“ – von Loni Littgenstein

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Taschenbuch: 202 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (20. August 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 149218067X
ISBN-13: 978-1492180678
Preis: 7,90€

Olivers Leben nimmt eine radikale Wende, als sich sein Bruder David auf dem Dachboden erhängt.Seine Eltern lassen keine Gelegenheit aus, ihm zu zeigen, dass David ihr einzig wirklich geliebtes Kind gewesen ist. Oliver entwickelt sich zum Psychopathen.Er hält seine Eltern in einer Kammer ihres Hauses gefangen und misshandelt sie. Oliver weiß, wozu Nähnadeln, Ölpapier und ein Zollstock gut sind. Und das ist nur ein Teil der Dinge, mit denen er seiner grausamen Fantasie freien Lauf lässt. In der Psychiatrie bei Dr. Adam Klein gelandet, muss sich Oliver den Fragen des Arztes stellen.Der schlägt ihm eine noch nicht zugelassene Behandlung mit Kräuter-Injektionen vor, die ihn wieder zu einem „normalen“ Menschen machen sollen. Die Dosis wird stetig erhöht und schließlich schlägt die Therapie an.Oliver darf sich wieder mit seiner großen Liebe Carla treffen. Als Dr.Klein die Kräuter abzusetzen beginnt, geht jedoch eine Wandlung in Oliver vor.Ist es ein Rückfall? Oder hat Oliver noch andere Geheimnisse, die nun ans Licht drängen?
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Oliver ist krank – psychisch krank.  Er lebt in einer psychiatrischen Anstalt und sein zuständiger Arzt, Dr. Adam Klein, versucht, ihn zu heilen. Oliver leidet unter Schizophrenie und nennt sich selbst einen Psychopathen. Seit sein Bruder David sich auf dem Dachboden erhängt hat, ist sein Leben nicht mehr wie vorher. Seine Eltern zeigen Oliver jeden Tag, dass sie David lieber mochten als Oliver. Und eines Tages dreht  er durch – der Psychopath. Dr. Klein startet an Oliver ein Experiment mit einem pflanzlichen Elixier, welches ihm injiziert wird. Aber wird es helfen und Oliver von seiner Krankheit heilen?

Der Klappentext zum Buch „Psychoid: Der Feind in Oliver“ las sich sehr interessant und versprach spannende Lesestunden. Auch das Cover ist ein kleiner Blickfang, welches mich als überwiegenden Krimi – und Thrillerleser das Buch in die Hand nehmen lässt und neugierig auf mehr macht.

 Auf 202 Seiten schildert die Autorin Loni Littgenstein das Leben Olivers und seine Entwicklung in der Psychiatrischen Klinik. Die  Geschichte wird aus Sicht von Oliver erzählt. Der Schreibstil ist ziemlich einfach gehalten, teilweise etwas wirr geschrieben.

Leider fehlte  mir während des gesamten Lesens ein Spannungsaufbau – eigentlich war überhaupt keine Spannung vorhanden, die ich mir aufgrund des Klappentextes erhofft hatte. Das Setting beschränkte sich auf die Klinik und das Kloster, in dem die Nonne das Elixier für Oliver hergestellt hat und das war es auch schon. Wenn ich mir den Klappentext durchlese, passt dieser irgendwie so gar nicht zum Buch, denn was dort geschrieben steht, ist eigentlich die Vorgeschichte von  Oliver. Diese hätte super mit in den Plot gepasst und das Buch einfach „rund werden lassen“.  Dann wären die Erwartungen, die sich durch den Klappentext ganz einfach ergeben, auch erfüllt gewesen und ein komplexer Psychothriller daraus geworden.

Die Charaktere sind teilweise blass dargestellt und kein Psychiater hätte so agiert, wie es im Buch an manchen Stellen beschrieben war. Auch seine große Liebe Carla ist für mich leider nicht authentisch dargestellt, im Gegenteil, sie hätte bei mir ein Zimmer neben Oliver bekommen.  Das Ende der Geschichte ist vorhersehbar und daher wenig überraschend.

Insgesamt konnte mich das Buch leider nicht überzeugen, ich hatte mir hier mehr erhofft.

Das Buch bekommt von mir deshalb 2 Lupen.

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„Körbchen mit Meerblick“ – von Petra Schier

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Broschiert: 336 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (10. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956495764
ISBN-13: 978-3956495762
Preis: 9,99€

Überrascht starrt Melanie auf den Brief von Nachlassverwalter Alex Messner. Sie hat den gesamten Besitz ihrer Tante geerbt. Aber nach Lichterhaven ziehen? Auf keinen Fall. Trotzdem muss sie es sich wenigstens einmal ansehen, das ist sie ihrer Tante schuldig – und der jungen Hündin Schoki, deren Frauchen sie ab jetzt sein soll. Einen Sommer will Melanie in Lichterhaven verbringen. Und plötzlich beginnt sie sich dort richtig wohlzufühlen mit Schoki – und in der Gesellschaft von Alex.

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4 Pfoten verändern dein Leben…….

Melanie ist eine junge Frau, die in Köln lebt, einen guten Job hat,  sie laut eigener Aussage nichts vermisst in ihrem Leben und mit beiden Füßen fest auf der Erde steht – denkt Sie.

Dass dem eigentlich ganz anders ist, zeigt ihr eine braune, kleine Labradorhündin namens Schoki. Denn Melanie hat sie quasi vererbt bekommen von ihrer Tante  Sibylla, ebenso wie ein Haus mit großem Grundstück und eine Kunsthandlung. Das alles wäre ja nicht so schlimm, nur befindet sich das Erbe nicht in Köln, sondern an der See in einem beschaulichen kleinen Ort namens Lichterhaven. Und an das Erbe ist noch einiges an Bedingungen geknüpft. Melanie muss 1 Jahr in Lichterhaven leben um das Erbe antreten zu können. Eigentlich will sie es deswegen sofort ausschlagen, fährt aber dann doch für ein Wochenende nach Lichterhaven, um sich alles in Ruhe anzusehen. Aus dem Wochenende werden nach einer kurzen Unterbrechung, die sie zur Organisation in Köln für einen längeren Urlaubes braucht, 6 Wochen Lichterhaven. Sie lernt die Landsleute dort kennen und auch einige Bekannte von früher. Denn als Kind hat sie die Ferien in Lichterhaven verbracht. Der Notar und Anwalt Alexander Messner, der den Nachlass von Sibylla verwaltet, ist  ausgerechnet der Junge von früher, der Melanie immer geneckt und gefoppt hat.  Doch aus diesem ist ein Mann geworden, der, wie sollte es anders sein, Melanie ein wenig den Kopf verdreht und es sich zur Aufgabe gemacht hat, sie aus ihrem Schneckenhaus zu holen, in das sich Melanie verkriecht, sobald es mal um Gefühle und Emotionen geht. Denn damit kann Melanie so gar nichts anfangen……ebenso wenig wie mit Schoki, die sich ganz schnell in Melanies Herz schleicht und Seiten an ihr zum Vorschein bringt, die sie eigentlich gut verstecken wollte……

Im Grunde genommen bin ich ja nicht so der große Fan von Liebesromanen, doch Petra Schier hat mich mit dem Roman „Körbchen mit Meerblick“ auf eine Reise mitgenommen, die für mich leider viel zu schnell wieder vorbei war. Schon das Cover des Buches sticht einem ins Auge und als Hundeliebhaber musste ich dann das  Buch unbedingt lesen.

 Schoki, die junge Labradorhündin, hat hier im Buch das erste und das letzte Wort, und auch zwischendurch lässt uns Petra Schier in Kursivschrift an den Gedanken der Hündin teilnehmen, was ich sehr gelungen fand.

Als Hundebesitzer  war es für mich unverständlich, dass Melanie mit Schoki anfangs so gar nicht warm wurde. Aber wie wohl bei jedem Hund, gab es auch bei Schoki kein Aufgeben und irgendwann musste Melanie dann wohl doch feststellen, dass so eine feuchte Hundeschnauze das Leben ungemein bereichern kann.

Ich liebe ja die See und so viel es mir auch sehr leicht, mir Lichterhaven und dessen Umgebung vorzustellen. Die Einwohner dort sind sehr authentisch beschrieben, offen, auf Familie bedacht und einfach herrlich unkompliziert. Das irritiert Melanie zu Beginn massiv, denn mit dieser Art kommt die zurückhaltende, in sich gekehrte, Sozialkontakte meidende Frau so gar nicht zurecht. Gut, mir wäre es auch manchmal zu viel des Guten gewesen und ich wöllte meine Liebesnacht mit dem begehrtesten Junggesellen des Ortes auch nicht am nächsten Morgen beim Bäcker breit getratscht bekommen, aber so ist es eben auf dem Land mit überschaubarer Einwohnerzahl. Und böse meinte es dabei auch keiner. Thema  Liebesnacht…..natürlich gibt es auch die ein oder andere Sexszene in dem Buch, doch kann ich  sagen, dass Petra Schier hier eine sehr gut Beschreibung dieser gelungen ist, ohne dass es weder anrüchig noch geschmacklos blumig umschrieben wurde.

Der Schreibstil ist sehr flüssig geschrieben, man fliegt über die Seiten des Buches hinweg und ehe man sich versieht, ist man bei den Rezepten von Sibyllas „Wattwurmkeksen“ und Zitronenlimonade angekommen, die Sibylla immer gemacht hat. Probieren werde ich diese Rezepte auf alle Fälle noch.

„Körbchen mit Meerblick“ ist ein wunderschöner Urlaubsroman, der einem die Lust auf Meer und mehr bringt und ich bin mir sicher, dass es nicht mein letzter Roman von Petra Schier sein wird.

Das Buch bekommt von mir 5 Lupen und eine absolute Leseempfehlung.

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„Herrchentrubel“:graue Schnauze, großes Glück – von Michael Frey Dodillet

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Broschiert: 240 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345320087X
ISBN-13: 978-3453200876
Preis: 14,99€

Zehn Jahre lang hat sich Herrchen von zwei verrückten Hunden auf der Nase herumtanzen lassen. Doch ab zehn werden Hunde bekanntlich ruhiger. – Ruhiger? Herrchen weiß nicht mehr, wer ihm diesen Unsinn erzählt hat. Tatsache ist, dass Luna auch im hohen Alter noch alles zusammenfaltet, was nicht bei drei auf dem Baum ist, und Wiki Selbsterbrochenes bewacht, als handle es sich um die Goldreserven von Fort Knox. Während Trainer Krause von Handauflegen bis zu mantraartigen Lalala-Gesängen alles empfiehlt, was die Fachwelt an Absurditäten zu bieten hat, wird Herrchen klar: Es gibt nichts Schöneres als vierbeinige Dickschädel, die sich nicht verbiegen lassen. Dann jedoch entpuppt sich eines Tages eine harmlos aussehende Beule bei Luna als bösartiger Tumor, und auf einmal wird Herrchen schmerzlich klar, dass auch das wildeste Hundeleben einmal zu Ende geht … Unterhaltsam, witzig und emotional berührend wie nie!

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Witzig und ein wenig selbstkritisch, mit viel schwarzem Humor gespickt……das ist das neue Buch „Herrchentrubel: graue Schnauze, großes Glück“ von Michael Frey Dodillet. Vor diesem Buch sind schon 3 Bände aus der Reihe erschienen. Eins kann ich gleich vorweg sagen: die Lachmuskeln werden ordentlich strapaziert. Der Titel des Buches sagt es schon ein wenig. Es geht um einen Hund, genauer gesagt um eine ältere Hündin – Luna, 11 Jahre und die brutalste Hundeoma, die es wohl gibt. Sie vermöbelt alles  an Vierbeinern, die sich bei 3 nicht in Luft auflösen können. Das dies natürlich zu täglichen Konflikten führt, ist klar wie Kloßbrühe und stellt den Autor jeden Gassigang wieder vor eine neue Herausforderung. Damit nicht genug, kam der Autor mit seiner Familie aber auch noch auf die Idee der Zweithundehaltung und Wiki, ein testosterongesteuerter Rüde, zog ein. Er ist zwar erst 5, aber hat es ebenso faustdick hinter den Ohren. Im  Verlauf des Buches fragt man sich dann schon mal, wer von beiden Hunden das größere Übel ist. Ich möchte beide Exemplare nicht geschenkt haben.

Geht man von „der Norm entsprechenden“ Hunden aus, so kann man erfahrungsgemäß sagen, dass sie mit fortschreitendem Alter doch ruhiger und ausgeglichener werden. Nun, das trifft auf Luna nicht im entferntesten  zu und ich fühle mit dem Autor mit, denn auch ich habe eine ältere Hündin, ebenso im 11. Hundejahr, die nicht wirklich ruhiger geworden ist mit  steigendem Alter. Aber mit Luna bei weitem kein Vergleich und so war meine Schadenfreude am Ende größer als mein Mitgefühl.  

Wiki ist ein Kaliber für sich und nachdem ich ein Video von seiner „Aluschalenverteidigung“ gesehen habe, muss ich sagen, Respekt, dass dieser Hund nicht Tierheim gelandet ist. Beeindruckend zeigt hier Wiki seine blanken  Zähne, egal, ob er  ein Mäuseloch, die Aluschale oder seine eigene Kotze verteidigt – und er weiß die blanken Zähne auch einzusetzen. Rütter und Co. wären bei diesem Anblick von dannen gerannt – garantiert.

Sehr witzig fand ich die zahlreichen Tipps und Ratschläge in diversen Hundeforen oder  Social Media Kanälen. Was da geboten wurde, stellte mir die Nackenhaare auf und ich bin mir sicher, wenn ich bei einem Spaziergang den doppelten Rückruf, wie empfohlen, trainiere, lande ich in der Psychiatrie. Sorry, geht ja gar nicht, was da manche Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern anstellen. Mir waren manche Aktionen so suspekt, dass ich echt dachte, sie sind der Phantasie des Autors entsprungen. Ich wurde aber eines besseren belehrt.

Das Buch endet zum einen ein wenig traurig, jedoch mit Happy End,  denn bei Luna wird ein Tumor festgestellt. Aber das lässt diesen Hund natürlich völlig kalt und so begibt sich Luna mit 11 Jahren unters Skalpell. Zum Glück geht hier alles gut aus und sie vermöbelt auch heute noch ihre „Freunde“.

Der Schreibstil des Autors ist herrlich locker, das liegt zum Großteil wohl auch daran, dass er es aufgegeben hat, seine Hunde zu verbiegen und sie einfach so chaotisch nimmt, wie sie sind.
An vielen Stellen musste ich herzhaft lachen und bei anderen Szenen hatte ich doch hier
und da ein De’ja`- vu.

Ich kannte vor diesem Buch weder den Autor noch die anderen Bücher, aber ich bin mir sicher, dass ich mir noch mehr Dodillet antue und freue mich auf weitere alltägliche Abenteuer, die der Autor mit Luna und Wiki bestehen muss.

Und vielleicht kann er ja dann doch noch irgendwann sagen: Mit dem Alter werden sie ruhiger – die Hunde.

Das Buch bekommt von mir 5 Lupen.

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„Berlin Ripper“ – von Siegfried Langer

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Taschenbuch: 264 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (2. April 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1530837855
ISBN-13: 978-1530837854
Preis: 9,99€

Bereits mehrere Frauen sind einem grausamen Serienmörder zum Opfer gefallen. Alle waren sie jung, blond, attraktiv und keine Kinder von Traurigkeit.
Die Medien sprechen schon vom ‚Ripper von Berlin‘.
Die Privatdetektivin Sabrina Lampe folgt einer Spur ins Allgäu. Neugierig wühlt sie in der Vergangenheit und bringt dabei eine dunkle Familientragödie ans Tageslicht.
Zeitgleich führen die Ermittlungen von Kriminalhauptkommissar Niklas Steg direkt in die höchsten Berliner Regierungskreise.

Sind die beiden schnell genug, um weitere Morde zu verhindern?

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Siegfried Langer ist mit seinem Buch „Berlin Ripper“ wieder ein Thriller gelungen, den man am liebsten in einem Stück verschlingen möchte. Es ist der 3. Band der Reihe um die Privatdetektivin Sabrina Lampe und Kriminalhauptkommissar Niklas Steg. Die Vorgängerbände sind „Leide“ und „Vergelte“. Man kann die Bände unabhängig voneinander lesen, da die Handlungen in sich abgeschlossen sind. Lediglich für die Entwicklung von Sabrina Lampe und Niklas Steg ist es vorteilhaft, die beiden anderen Bände vorher gelesen zu haben.

In Berlin geschehen grausame Morde an jungen, blonden Frauen, die wohl eines gemeinsam haben. Sie sind keine Kinder von Traurigkeit, was One-Night-Stands angeht. Nun sind sie tot, grausam zugerichtet, der Bauch aufgeschlitzt wie Vieh. Niklas Steg steht mit seinem Team vor einer schweren Aufgabe, denn die Spuren sind mehr als dürftig und so tappen sie, was die Ermittlungen angeht, mehr und mehr im Dunkeln. Derweil freut sich Sabrina Lampe auf ihren entspannten Urlaub, den sie mit Tochter und Schwiegersohn in spe im Allgäu verbringen wird. Da  sich Sabrina und Niklas nach wie vor gut verstehen und auch zusammen ausgehen, kommen sie quasi als Kollegen zwangsläufig auf den aktuellen Fall zu sprechen. Sabrina  geht dann zufällig einer Spur ausgerechnet in dem Ort nach, wo sie Urlaub macht, während Niklas eine Spur in Berlin verfolgt, die ihn in die Regierungskreise führt. Zusammen kommen sie einer schlimmen Familientragödie auf die Spur……..

Dieser Thriller war eher einer der ruhigeren Sorte von Siegfried Langer. Ich bin von ihm durchaus mehr Brutalität, Blut vergießen und grausame Szenen gewohnt. Dennoch gelingt es ihm, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln und aufgrund der geringen Seitenanzahl und der übersichtlichen Kapitel hat man das Buch schneller beendet, als einem vielleicht lieb ist.

Neben der Aufklärung der brutalen Morde wird man mit dem Privatleben der beiden Hauptprotagonisten konfrontiert. Aber das wird von Siegfried Langer geschickt in die  Handlung eingeflochten, zumal ich natürlich wissen wollte, wie es mit Sabrina und Niklas privat weiter geht. Auch Frau Schimmelpfenng, die schrullige Nachbarin, war wieder mit von der Partie und ich konnte einige male herzhaft lachen über sie und die Dialoge, welche sie mit Sabrina geführt hat. Es  begegnet einem ebenso der ganz normale Wahnsinn einer Kleinfamilie, wenn es um das Thema Urlaubsplanung geht und wenn ich an Sabrinas Stelle gewesen wäre, hätte ich mir von meiner pupertierenden Tochter und ihrem etwas ungewöhnlichem Freund Mojito ( der Name ist Programm ) nicht vorschreiben lassen, wo ich meinen Urlaub verbringe. Aber gut, das ist künstlerische Freiheit und kommt in den besten Familien vor. Am Ende diente es ja sogar der Aufklärung der Morde.

Ein Spannungslevel war von Beginn an vorhanden und dieser steigerte sich im Laufe der Handlung. Zwar war der Showdown nicht so explosiv wie in anderen Büchern des Autors, aber er war dennoch vorhanden und es blieben zum Schluss keine Fragen offen. Das Ende war für mich dann auch noch einmal überraschend.  Insgesamt kann man das Buch eher unter dem Genre Krimi einordnen, für eingefleischte Thrillerfans wird es hier wohl ein wenig an Brutalität und Blut vergießen fehlen. Deshalb gebe ich dem Buch auch einen halben Punkt Abzug. Da ich mich dennoch hervorragend unterhalten gefühlt habe, runde ich das ganze aber wieder auf volle Punktzahl auf und vergebe 5 Lupen für „Berlin Ripper“.

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