„Wie sie uns ansehen“ von Rebekka Pax

wie sie uns ansehen

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (4. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3736301596
ISBN-13: 978-3736301597
Preis: 14,99€

Die Tote sah aus wie Schneewittchen. Ihr langes Haar war schwarz wie Ebenholz, doch nicht glatt und seidig, sondern zerzaust, mit Blättern und kleinen Zweigen darin. Derjenige, der sie hierhergebracht hatte, war nicht sehr vorsichtig mit ihr umgegangen. Er hatte ihre Schönheit nicht gesehen. Ihre Haut war blass, als sei dies nicht die richtige Farbe für sie. Gebräunt und lebendig warm sollte sie sein … Woran das Mädchen gestorben war, legte schon der erste Blick nahe. An ihrem schlanken Hals fanden sich Würgemale. Gequetschte Haut, bläuliche Hämatome. Ihre Augen waren weit aufgerissen, doch die dunklen Iriden hatten schon ihren Glanz verloren. Was sie in ihrem kurzen Leben wohl alles gesehen und erlebt hatte?

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So viel mehr als nur ein Kriminalroman
ist das neue Buch „Wie sie uns ansehen“ von Rebekka Pax.

Der Inhalt:

In einem Gebüsch wird die Leiche der jungen Majid gefunden, einem syrischen 16 – jährigen Mädchen. Zunächst sieht es nach Fremdenhass aus, warum sie sterben musste. Denn nicht alle Nachbarn der Bewohner des Flüchtlingsheimes sind den Menschen, die darin wohnen, wohlgesonnen – im Gegenteil. Einige Jugendliche und auch Erwachsene hetzen regelrecht gegen die Flüchtlinge und schrecken auch vor Gewalt und rechtsradikaler Propaganda nicht zurück. Kommissarin Cornelia Arents und ihr Team beginnen zu ermitteln und es scheint ihr schwerster und emotionalster Fall zu werden. Doch sie bekommt unerwartete Hilfe….

Meine Meinung:

Nach den beiden Vorgängerbänden „Lokes Mond“ und „Spiegelseele“ war ich auf den 3. Band um die ermittelnde Kriminalkommissarin Cornelia Arents gespannt und ich wurde nicht enttäuscht.

Rebekka Pax greift in diesem Roman ein Thema auf, was brisanter zur Zeit nicht sein könnte und für hitzige Debatten nicht nur in deutschen Wohnzimmern und Kneipen sorgt – die Flüchtlingspolitik. Deshalb war es für mich auch nicht leicht, den Roman als Fiktion zu sehen, denn es sind so viele reale Szenen darin, die sich genauso hier und heute sowohl in Deutschland als auch in Syrien abspielen. Das sorgt für so viele Gedanken, die mir auch nach dem Lesen des Buches immer wieder durch den Kopf gehen. Rebekka Pax hat es geschafft, mich mit diesem Buch emotional zu berühren. Deshalb sehe ich es auch nicht sehr verbissen, wenn ich sagen muss, dass es nicht ihr spannendstes Werk war, was Kriminalromane betrifft. Nein, war es bestimmt nicht meiner Meinung nach und doch finde ich dieses Buch am Stärksten von allen von ihr.

Das Buch ist in 2 Erzählstränge eingeteilt. Zum einen wird aus der Sicht von heute und den Ermittlungen zum Tode von Majid erzählt und im anderen Erzählstrang – kursiv geschrieben und die Vergangenheit betreffend – bekommt der Leser Einblick in die Tagebucheinträge von Majid. Dort steht das ganzes Martyrium von ihr und ihrer Familie drin; die Bombenangriffe in ihrer Heimat, der Tod von Vater und Sohn und die Flucht nach Deutschland mit Mutter, Tante und Onkel. Ich fand es nicht leicht, diese Einträge zu lesen mit dem Bewusstsein, dass diese von Majid niedergeschriebenen Ereignisse tatsächlich Millionen Menschen erleben mussten. Da bleibt man schon öfters mit einem Kloß im Hals an den Zeilen hängen.

Cornelia und ihr Team kannte ich ja schon aus den vorherigen Bänden. Schön fand ich, dass sie mit Robin, ihrem Kollegen und Ex-Partner, nun eine Basis gefunden hat, mit der beide gut leben und arbeiten können.

Der Charakter von Faris, einem Arzt, der den Flüchtlingen hilft bei bürokratischen Erledigungen und Übersetzungen, war sehr authentisch dargestellt. Ich hoffe, von ihm in einem nächsten Band auch noch lesen zu dürfen. Dass Cornelia Faris attraktiv fand, konnte ich mir gut vorstellen. Auch die Zurückhaltung von Cornelia aufgrund ihrer früheren negativen Erfahrung neue Partner betreffend konnte ich nachvollziehen. Umso mehr hat mich die Entwicklung zwischen Cornelia und Faris gefreut. Das Ende der Geschichte war rund und lies mich ohne offene Fragen zurück.

Man muss die Vorgängerbände nicht zwingend vorher gelesen haben, ich empfehle es aber dennoch. Zum einen, um die Vorgeschichte von Cornelia Arents zu kennen, denn es wird doch hin und wieder Bezug darauf genommen, und zum anderen, weil die Vorgängerbände einfach lohnenswert sind, gelesen zu werden.           Rebekka Pax versteht ihr Handwerk einfach gut, ein interessantes Thema in einen guten Plot einzuflechten und ein absolut spannendes Buch daraus zu machen. Das trifft nicht nur auf dieses Buch hier zu.

Das Buch bekommt von mir ganz klar 5 Lupen und ich empfehle es uneingeschränkt. Kann es doch so manche Vorurteile gegenüber Flüchtlingen aus dem Wege räumen.

5Lupen

 

 

 

 

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