„Seelennot“ – von Eva Lirot

Seelennot

Taschenbuch: 194 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (7. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1517429714
ISBN-13: 978-1517429713
Preis: 6,99€

Sie ist allein. Machtlos muss sie ertragen, wie „ein guter Freund“ immer mehr Einfluss auf ihren chronisch kranken Mann gewinnt. Wie er sich einspannen lässt und seine letzten Kräfte in die Projekte des „Freundes“ steckt. Fragwürdige Projekte. Schnell findet sie heraus, dass es dabei um Mädchenhandel geht. Dann verschwindet Annabelle. Ihre Tochter. Die verzweifelte Mutter dreht durch. Zwei grausige Mordfälle auf einem Straßenstrich-Gelände rufen die Mordkommission auf den Plan. Doch Jim Devcon und sein Team werden gestoppt. Irgendjemand mit gewaltigem Einfluss erpresst sich die Schließung der Fallakte … Wie viel Dampf verträgt ein Kessel, bis er platzt? „Seelennot“ ist ein spannender Thriller, der die Ohnmacht eines verzweifelten Menschen bis an die Schmerzgrenzen zeigt.

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„Seelennot“ ist Band 4 einer Thriller Serie um den Ermittler Jim Devcon und seinem Team.

Wie auch in den Vorgängerbänden wird man von Eva Lirot, der Autorin, direkt hinein ins Geschehen katapultiert möchte ich fast sagen. Ein Mann wird auf dem Straßenstrich im Auto, als er sich gerade von einer Prostituierten verwöhnen lässt, von einer unbekannten Person mit der Gartenschere angegriffen und dabei quasi entmannt. Er bleibt aber nicht das einzige Opfer und der Ermittler Jim Devcon mit seinem Team soll den grausamen Morden ein Ende bereiten und den Täter schnappen. Leider gibt es einige hochrangige Personen, die davon überhaupt nicht angetan sind, dass die Polizei jetzt im Straßenstrichmilieu ermittelt und somit die potentiellen Kunden vergrault. Jim Devcon und seinem Team sind scheinbar die Hände gebunden, doch das Gemetzel geht weiter……

Wieder ist Eva Lirot hier ein rasanter Thriller auf knapp 200 Seiten gelungen.

Man kennt den Täter im Buch von Beginn an und doch kann man es nicht aus der Hand legen. Nicht unbedingt leichte Kost für zart beseitete Gemüter, aber eingefleischte Thrillerfans kommen hier vollends zum Genuss. Spannung von Anfang an, die sich steigernd bis zum Schluss des Buches durch die Seiten zieht, versprechen einige vergnügliche Lesestunden.

Aber auch nachdenklich wurde man beim Lesen des Buches. Wo fängt Selbstjustiz an und warum muss es überhaupt erst dazu kommen? Warum ist es immer noch möglich, dass solche Verbrechen unter dem Deckmantel der Politik versteckt werden und selbst Staatsorgane wie die Polizei diesem unterworfen sind? Hier sind dann auch echte aktuelle Themen in einen Thriller gut mit eingeflochten.

 Die Verzweiflung der Mutter und Täterin war gut spürbar. Zeigt es doch eindrücklich, zu was eine Mutter, die ihre 16- jährige Tochter sucht, fähig ist. Ich hätte da wohl  ebenfalls  nicht tatenlos zugesehen, wenngleich ich auch nicht zu solchen rabiaten Mitteln gegriffen  hätte, weil es mir mein Kind so auch nicht zurück bringt.  Auch die Tatsache, dass der Ehemann hier ja seine Rolle als Beschützer und Ernährer nicht mal annähernd erfüllen kann ( oder will?), zeigt, in welch aussichtsloser Lage und allein gelassen mit den ganzen Problemen diese Frau ist.

Jim und sein Team haben im Laufe der Bände um diese Reihe gut zueinander gefunden und sind nun eingespielt. Zwar ist Tatjana mit ihrer großen Klappe und der aufbrausenden Art nicht immer so kompetent wie sie sein sollte, aber Jim hat ihr Gemüt anscheinend gut im Griff und weiß seine Kollegin und private Lebensgefährtin zu händeln. Auch die teils sehr sarkastischen und witzigen Dialoge von Jim fand ich wieder sehr gelungen.

Die Kapitel sind recht kurz eingeteilt, was aber vom Konzept her stimmig ist. So hatte ich den Wunsch, immer noch ein Kapitel lesen zu wollen, da es ja nur einige Seiten sind. Am Ende rast man eigentlich durch das Buch.

Was mich wie schon in einem anderen Fall von Jim Devcon ein wenig gestört hat, ist der schnelle Schluss des Buches. Hier können es echt gern ein paar Seiten mehr sein, so bleibt die ein oder andere Frage leider unbeantwortet und der Showdown war zu Ende, bevor er richtig begonnen hatte.

Wie auch die anderen Bände ist dieser von der Handlung her in sich abgeschlossen, so dass er unabhängig gelesen werden kann.

Aufgrund der kleinen Kritikpunkte vergebe ich für diesen Thriller verdiente 4 Lupen.

4Lupen

 

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