„Die Flut“ von Arno Strobel

die Flut

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596198356
ISBN-13: 978-3596198351
Preis: 9,99€

Es ist NACHT, sie sind am Strand, HILFLOS, ihm AUSGELIEFERT, sie können sich nicht befreien, und dann kommt die FLUT …

Zwei Pärchen machen Urlaub auf Amrum. In dieser Zeit geschehen grausame Morde. Ein Superintelligenter ist am Werk, um nicht nur den perfekten Mord, sondern die „perfekte Mordserie“ zu begehen. Er entführt Paare und vergräbt nachts bei Ebbe die Frau bis zum Hals im Sand. Den Mann bindet er an einen Pfahl in der Nähe fest, so dass er dabei zusehen muss, wenn seine Frau bei Flut langsam ertrinkt.
Die beschauliche Insel Amrum hat er sich ausgesucht, weil dort normalerweise nie etwas passiert und ihm die entsprechenden Schlagzeilen sicher sind. Das ist es, was er möchte. Die ganze Welt soll erfahren, wie clever er ist. Und es sieht so aus, als hätte er damit Erfolg …

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Was sind deine letzten Gedanken, wenn die Flut kommt und du ohnmächtig zusehen musst, wie dein geliebter Partner in ihr umkommt?

Auf der schönen Ferieninsel Amrum geschieht ein grausamer Mord.

Ein junges Paar wird von einem Psychopathen betäubt und an den Strand geschleppt. An einem Pfahl gefesselt, muss der Mann zusehen, wie seine Frau, bis zum Kopf im Sand eingegraben, langsam qualvoll ertrinkt, nachdem die Flut eingesetzt hat. Keiner weiß, wer der unbekannte Mörder ist oder was er für ein Motiv für diese Taten hat.

Zur gleichen Zeit werden Julia und Michael, von dessen Arbeitskollegen Andreas und seiner Frau Martina auf die Insel eingeladen. Die 2 Paare könnten unterschiedlicher nicht sein. Leider trübt sehr bald dieses schreckliche Verbrechen die bis dahin unbeschwerten Urlaubstage. Aber es kommt noch schlimmer, denn am nächsten Morgen steht die Polizei vor ihrer Tür……mehr will ich zur Handlung mal gar nicht schreiben, weil ich sonst bestimmt spoilere.

Das Buch war eigentlich wie die Flut selbst. Zuerst sieht man nur von weitem, dass etwas auf einen zukommt. Aber dann ist sie da und überrollt dich und du hast keine Ahnung, wie du ihr entkommen kannst. Genauso erging es mir mit dem Buch. Der Prolog ist schon beängstigend und  man fragt sich, was es da noch an Steigerung geben kann. Arno Strobel hat es geschafft, mich zu fesseln. Immer schneller wollte ich lesen, damit ich endlich weiß, wer hinter den grausamen Morden steckt. Verdächtige gab es genug, eigentlich war es so ziemlich jeder männliche Protagonist zeitweise bei mir. Aber am Ende hat es mich dann doch eiskalt gepackt, denn mit der  Auflösung hatte ich nie und nimmer gerechnet. Strobel gelingt es perfekt, den Leser immer wieder auf eine falsche Fährte anzusetzen. Da ist der komische Nachbar, der alles und jeden heimlich fotografiert ( War er es ? ), der kranke Polizist, der sich trotz Verbot in die Ermittlungen einmischt ( Warum wohl? ) oder der Psychiater, der nicht mehr praktiziert und auf der Insel in einem kleinen Häuschen seinen Ruhestand genießt ( Weshalb  arbeitet er nicht mehr?)Charaktere, die für mich alle verdächtig waren.

Fast  alle Protagonisten waren gut ausgearbeitet. Fast, weil Julia mir ein wenig naiv und blass vorkam und ich mir bei ihr mehr Tiefe im Charakter gewünscht hätte. Fast, weil ich die Ermittler-Methoden von Hauptkommissar Harmsen als sehr gewöhnungsbedürftig, teilweise unrealistisch  und subtil fand und meine Sympathiepunkte für ihn wohl eher in den Minusbereich gingen.Das Gegenteil a´la „guter Cop“ war sein Kollege Jochen, der versuchte, diesen „trampelnden Elefanten im Porzellanladen“ zu besänftigen, was ihm allerdings mehr schlecht als recht gelang.

Michael war eher der ruhige Typ, dem nichts und niemand auf die Palme bringen konnte , was seine Freundin Julia ab dem Zeitpunkt mächtig störte, als der Arbeitskollege Andreas ein wenig zu sehr Interesse an Julia zeigte. Martina, die Frau von Andreas war als Protagonistin ein absolutes Nogo. Keine 24 Stunden würde ich es mit ihr in einem Zimmer aushalten. Ständig nörgelnd und mürrisch, schlecht gelaunt und mit spitzer Zunge, schafft sie es, dass Michael und Julia die Urlaubsfreude, abgesehen vom Mord, sehr schnell vergeht. Sie hätte zu gut an die Seite von Kommissar Harmsen gepasst. Und Andreas war für mich ein Protagonist, der ebenfalls nicht viele Sympathiepunkte abbekam. Mehr mit seiner Arbeit verheiratet als mit Martina, was man ihm nicht verübeln konnte, und schwer einzuschätzen fand ich ihn.

Der Schreibstil von Arno Strobel ist einfach nur rasant und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind übersichtlich eingeteilt und werden aus wechselnden Perspektiven erzählt. Oftmals enden sie in einem Cliffhanger. Erst sehr spät erfolg der Showdown, diesen ahnte ich zwar voraus, war aber auf das Ende trotzdem nicht gefasst, weil es einfach für mich keinen Verdachtsmoment auf die Auflösung gab.

Ein spannender Thriller mit unerwartetem Ende , der nicht mein letzter von Arno Strobel sein wird.

Das Buch bekommt von mir 4 Lupen.

4Lupen

 

 

 

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