Blogtour „Freestyler“ Tag 2

BannerBlogtourFreestyler

Heute ist schon der 2. Tag unserer Blogtour zum Buch „Freestyler“ von Katja Brandis.
Gestern haben euch ja Sabrina, Kathi und Melina auf ihrem Blog Tattooedtree einen ersten Einblick ins Buch gegeben. Heute  erfahrt ihr bei mir etwas über die geschichtliche Entwicklung von Prothesen und Implantaten.

Zuvor verrate ich euch noch gern, wie mir das Buch „Freestyler“ gefallen hat, klickt einfach hier

Hier seht ihr noch einmal die einzelnen Stationen der Tour:

13.02. Spoilerfreie Rezension auf Tattooed Tree

14.02. Prothesen und Implantate bei mir

15.02. Olympics & Paralympics bei Kielfeder

16.02. Leistungsdruck im Sport auf Literaturschock

17.02. Interview mit Katja Brandis bei Piranhapudel

ab 18.02. Auslosung der Gewinner*innen und Bekanntgabe auf Literaturschock

Im übrigen gibt es auf Leserunden.de ab dem 19.02.2016 eine Leserunde zusammen mit der Autorin zu diesem Buch. Schaut doch einfach mal dort vorbei.

51Afu-9d42L__SX326_BO1,204,203,200_

Im Buch  „Freestyler“ gibt es Athleten, die entweder Prothesen oder Implantate besitzen, sei es, weil sie einen Unfall hatten wie Ryan, der „Carbon-Blades“ trägt und dadurch wieder laufen kann oder weil man einfach schneller sein will bzw. kleine „natürliche Makel“ damit ausmerzen möchte wie Jola mit ihrer künstlichen Achillessehne. Aber selbst bei ganzen Organen scheint es möglich zu sein, dass diese künstlich ersetzt werden, so wie bei Ao Yun im Roman, der ein künstliches Herz hat. Das diese  im Buch beschriebene medizinische Technik gar nicht mehr so weit weg von ist, zeigt auch, wie lange sich der Mensch schon mit Prothesen und Implantaten befasst und es immer komplexere Implantate und Prothesen gibt. Dazu gibt es nun einen kleinen geschichtlichen Exkurs von mir:

Die ersten Prothesen gab es schon um 500 vor Christus, man mag es kaum glauben. So fand man eine etwa 2500 Jahre alte Zahnprothese in Ägypten  oder ein 2300 Jahre altes Holzbein in China. Auch im alten Rom trug man schon kunstvolle Zahnbrücken aus Gold. Natürlich spielte auch da das Vermögen eine große Rolle. Hatte man Geld, konnte man sich Prothesen leisten, die Armen mussten so zurecht kommen.Im 15. Jahrhundert bestanden die Zahnprothesen dann zum Beispiel aus Rinderknochen.

Wer durfte denn alles in der Schule “ Götz von Berlichingen“ lesen? Der Mann mit der eisernen Hand wurde er ja genannt. Diese Handprothese, die sogar greifen  konnte, war 1530 eine technische Meisterleistung.

361px-Mein_Fehd_und_Handlungen_(Berlichingen)_b_027

 

*Bild ist gemeinfrei

Die ältere und neuere Hand des Götz von Berlichingen

 

 

 

 

Etwa zur gleichen Zeit gelang dem französischen Mediziner Paré ein entscheidender Durchbruch. Er erfand Beinprothesen, die sich fest mit dem Beinstumpf verbinden ließen.

Wusstet ihr, dass George Washington ( 1732-1799 ) eine Unterkieferprothese aus Elfenbein und Flusspferdzähnen hatte? tierisch

( Quelle: www. dr-schulte.ch)

 …..kleiner Scherz – das Bild……

Über Jahrhunderte blieben Prothesen aber außerhalb des Körpers, einfach, weil der medizinische Fortschritt noch nicht so weit war. So starben die meisten an Infektionen und Sepsis. Erst  Rudolf Virchows   Zellenlehre 1855 verbesserte das Verständnis von kranken und gesunden Körperzellen und 1890 implantierte der Berliner Chirurg Themistocles Gluck eine Knieprothese aus Elfenbein im Körper. Allerdings gab es auch hier keinen Erfolg, weil er die Prothese mit Zement direkt am tuberkulös veränderten Knochen fixierte und damit auch in infektiöses Gewebe hinein operierte. 1919 erfindet der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch die nach ihm benannte Hand. Er versuchte die Muskeln der Amputationsstümpfe für die Beweglichkeit einer Armprothese zu nutzen. Elfenbeinstifte übertrugen die Kräfte auf die erste aktive Prothese. Selbst feinste Bewegungen waren nun möglich.

Nach dem 2. Weltkrieg gab es einen regelrechten Schub in der Prothetik. In den 1950er Jahren entwickelten Forscher aus Russland und den USA elektrisch gesteuerte Armprothesen. Elektroden griffen  nun die Signale für die Steuerung direkt an den Muskeln ab. Die künstlichen Hände konnten  so einfache Greifbewegung ausführen. Seit den 60-er Jahren brachte man immer mehr Ersatzteile in den Körper. Aber auch die „Contergan- Katastrophe“ ließ  die Forschung weiter experimentieren, um diesen Kindern ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen.

Auch gab es jetzt Metallplatten bei Oberschenkelhalsfrakturen und Hüft-oder Knieprothesen aus Titan. 1958 wurde in Stockholm der erste Herzschrittmacher implantiert. Dieser war anfangs noch faustgroß, aber mittlerweile gibt es weitaus kleinere Implantate. Ab der Jahrtausendwende wurden z.B. Handprothesen immer feiner, der Trend geht zu bionischen Händen, wobei man alle 10 Finger bewegen kann und die die natürliche Hand nachahmt. Seit 2000 arbeitet die Medizin intensiv am Körperersatz aus menschlichen Zellen.2004 gelang es erstmals dreidimensionales Knorpelgewebe zu züchten.

Auch das Exoskelett eröffnet eine neue Dimension in der Prothetik. Computergesteuerte Sensoren machen das bisher unmögliche möglich: Querschnittgelähmte können damit wieder gehen. Allerdings bedarf es viel Übung, die circa 25 Kilogramm schwere Ganzkörperprothese zu steuern.

Wer weiß, was uns in naher Zukunft in Sachen Implantate und Prothesen noch alles erwartet. Jedenfalls denke ich, ist das Buch „Freestyler“ mit Sicherheit schon sehr nah an unserer zukünftigen Realität.

(Quellen: http://www.swr.de, http://www.bvmed.de )

So, ich hoffe, ihr habt bis zum Ende durchgehalten mit lesen und könnt die unten stehende Gewinnspielfrage beantworten.

Zu gewinnen gibt es nämlich  auch etwas:

Unter allen TeilnehmerInnen werden am Ende insgesamt 5 gebundene Ausgaben des Buches verlost!

51Afu-9d42L__SX326_BO1,204,203,200_

Beantwortet einfach folgende Gewinnspielfrage in einem Kommentar und schon seid ihr im Lostopf!

 Wann implantierte der Berliner Chirurg Gluck eine Knieprothese aus Elfenbein im Körper?
( Die Lösung findet ihr hier oben im Text!)

Das Kleingedruckte:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 17.2.2016 um 23:59 Uhr.

Viel Glück wünscht
                                      Eure Yvonne!

Advertisements

9 Gedanken zu “Blogtour „Freestyler“ Tag 2

  1. Hallo ,
    Vielen Dank für den interessanten Beitrag .
    1890 implantierte der Berliner Chirurg Themistocles Gluck eine Knieprothese aus Elfenbein im Körper
    Ich wünsche Dir schönen Sonntag 🙂

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt

    Gefällt mir

  2. Pingback: [Blogtour „Freestyler“] Olympics & Paralympics | Kielfeder

  3. Hallo,

    ich finde es sehr interessant, dass es Prothesen schon so lange gibt. Das habe ich nicht gewusst und finde es richtig faszinierend, Vielen Dank für die Erklärung dazu 😉
    Ich würde auch gerne bei der Verlosung mitmachen, die Antwort ist 1890.

    Liebe Grüße
    Sara

    Gefällt mir

  4. Pingback: Freestyler Blogtour: Interview mit Katja Brandis – Piranhapudel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s