„Kalt wie Nordlicht“ von Bernhard Stäber

Kalt wie Nordlicht

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Egmont LYX (5. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802595890
ISBN-13: 978-3802595899
Preis: 9,99€
Die alte Akka, die der Psychologe Arne Eriksen in Nordnorwegen kennengelernt hat, ist tot. Zusammen mit seinen Freunden, der Kommissarin Kari Bergland und dem Journalisten Frode Bakklund, reist Arne an den Polarkreis, wo eine Gedenkfeier für die alte Samifrau stattfinden soll. Es ist kurz vor Weihnachten, die Zeit der längsten Dunkelheit. Ein massiver Schneesturm schneidet Akkas Hof von der Außenwelt ab, und die Gruppe aus Angehörigen und Freunden der Toten wird von einem Mörder heimgesucht. In der Kälte des Nordens auf sich allein gestellt, muss Arne in die Mythen der Sami eintauchen, um den Täter zu fassen.
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„Kalt wie Nordlicht“ von Bernhard Stäber ist mein erstes Buch von diesem Autor. Es gibt zu diesem Buch einen Vorgängerband, der „Vaters unbekanntes Land“ heißt. Man muss aber den Vorgängerband nicht zwangsläufig kennen, lediglich für die Entwicklung der Hauptprotagonisten Kari und Arne ist es von Vorteil. Ich werde wohl hier das Pferd von hinten aufzäumen und den ersten Band auch noch lesen, denn dieses Buch hat mir sehr gefallen. Aber der Reihe nach…..

Arne Erikson, ein Psychologe, erfährt, dass eine gute alte Freundin, die hoch oben in Norwegen lebt, verstorben ist. Diese Freundin, Akka, ist eine Samin. Auf Wikipedia findet man dazu unter anderem folgendes:

„Die ursprüngliche Religion der Samen bis zur Christianisierung gehört zum klassischen Schamanismus/ Animismus der zirkumpolaren Völker, die alle Erscheinungen in der Natur als beseelt betrachten und die den Kontakt zur Geisterwelt über einen Schamanen suchen.“ (Quelle: Wikipedia )

Kari, eine gute Freundin, von Arne und von Beruf Kommissarin, begleitet Arne zur Beerdigung nach Norwegen zusammen mit Frode, einem Journalisten.

Auf dem Gut von Akka treffen sie Arnes langjährigen Freund Magnus, der schon jahrelang dort lebt und Akka auf dem Gut geholfen hat. Zusammen mit Freunden und der einzigen Angehörigen Birgit, die Akkas Enkelin ist und Steve, Birgits Ehemann, zelebrieren sie in einem Lavvu, einem großen Zelt mit Feuerstätte, eine Gedenkfeier für Akka, während draußen ein heftiger Sturm aufzieht, der sie schon bald von der Außenwelt abschneidet.

Doch der Sturm wird schnell ihr geringstes Problem werden, denn in der Nacht der längsten Dunkelheit, wird Birgits Ehemann bestialisch ermordet. Und Kari und ihre Freunde müssen davon ausgehen, dass der Mörder unter ihnen weilt……

Zu Beginn hat mich das Buch nicht wirklich fesseln können. Durch die Erklärungen um die Mythen des Samen-Volkes und die „Vorgeschichte“ von Kari fehlte die Spannung, die ich mir für einen Thriller erhofft hatte. Doch im Nachhinein war es notwendig und auch gut so. Kari kannte ich ja aus dem Vorgängerband nicht und so war sie für mich eine Kommissarin, der ich nur wenig Sympathie entgegen bringen konnte. Launisch, mit einem Alkoholproblem und für mich nicht wirklich in der Lage, ihren Beruf ausüben zu können, so kam sie mir charakterlich entgegen. Das sie dann doch auch anders kann und ein weicher Kern hinter der rauen Fassade steckt, bekommt der Leser im Verlauf der Handlung mit. Die anderen Charaktere, Magnus, Frode und Arne, waren mir da schneller ans Herz gewachsen.

Mit seinen 400 Seiten und der relativ kleinen Schrift, ist das Buch mal eben nicht an einem Abend gelesen. Nach den ersten 100 Seiten habe ich erst gedacht: „ Was hast du dir hier ausgesucht?“ Aber es lohnt sich, durchzuhalten, denn auch hier gibt es einen Spannungsaufbau und ab Mitte des Buches konnte ich es auch nur noch schwer aus der Hand legen. Da störte auch das die Beschreibung des Settings die Handlung nicht – im Gegenteil.

Man ist quasi mit den Hauptprotagonisten zusammen durch die längste Nacht in tiefem Schnee bei eisiger Kälte gestapft. Der Showdown hatte es auch in sich. Als Leser hat man die Gefahr vorausgeahnt und hätte Kari und ihre Freunde so gern gewarnt.

Sehr gut fand ich das stilistische Mittel des Autors, dass er dem Leser schon vorher verriet, wie lang ein Opfer noch zu leben hatte……“Steve Deering hatte noch genau 41 Minuten zu leben.“( Seite 117) Natürlich ist es an so einer Stelle unmöglich, nicht weiter zu lesen. Frustrierend, wenn man genau dann zur Arbeit muss.

Sehr interessant war das psychologische Krankheitsbild des Mörders. Zu was unsere Psyche in der Lage ist und wie sie den Menschen verändern und manipulieren kann, wurde in diesem Buch mehr als anschaulich dargestellt. Gruselig ist die Vorstellung, dass so etwas keine Fiktion, sondern bittere Realität ist.

Im Frühjahr 2017 wird es laut Autor den 3. Band um Kari und Arne geben, worauf ich mich schon jetzt freue.

Das Buch „Kalt wie Nordlicht“ bekommt von mir 4 von 5 Lupen.

4Lupen

 

 

 

 

 

 

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