„Racheherbst“ – von Andreas Gruber

Racheherbst
Taschenbuch:
512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442482410
ISBN-13: 978-3442482412
Preis: 9,99€

Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust – an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord – und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden …

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„Racheherbst“ hat es mal wieder geschafft, mich restlos zu begeistern. Also eigentlich hat dies der Autor des Buches, der österreichische Schriftsteller Andreas Gruber, geschafft.

Es ist der Nachfolgeband des Buches „Rachesommer“, in dem es um die Ermittlungen des in Leipzig im Kriminaldauerdienst arbeitenden Walter Pulaski und der Wiener Anwältin Evelyn Meyer geht.

Auch in diesem Buch treffen beide Hauptprotagonisten während ihrer Ermittlungen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben und deren Taten einerseits in Leipzig, andererseits in Wien geschehen, aufeinander.

Geschickt werden 2 verschiedene Handlungsstränge zusammengeführt, die dann zu einem verschmelzen.

Walter Pulaski ermittelt in Leipzig den Tod der jungen Prostituierten Nathalie, die im Wasser unter einer Brücke gefunden wurde. Bald schon hat er die Mutter der ermordeten Nathalie an den Fersen kleben, die ebenfalls den Mörder ihrer Tochter, aber noch schlimmer, ihre verschwundene andere Tochter Dana sucht. Dabei begibt sich die Mutter, Mikaela, auf einen teils gefährlichen Alleingang, der Pulaski den letzten Nerv raubt und fast seinen Job kostet. Hinter Mikaela ist aber noch ihr Ex-Freund her, ein ehemaliger Polizist, der schon mal gern die Fäuste sprechen lässt, bevorzugt bei Mikaela.

Die Spur des Mörders von Nathalie führt Walter und Mikaela quer durch Europa und sie landen schließlich in Wien, wo sie auf die Anwältin Evelyn Meyer treffen. Diese hat sich mittlerweile selbständig  gemacht mit einer eigenen Kanzlei und vertritt den Arzt  Dr. Konstantin, dem Mord an einer jungen Frau vorgeworfen wird.  Bei den Ermittlungen begibt sich Evelyn wie auch schon im Vorgängerbuch „ Rachesommer“ in Gefahr und geht den falsch gelegten  Fährten des Täters schlichtweg auf den Leim.

In einem explosiven Showdown, der längste übrigens, den Andreas Gruber je geschrieben hat, treffen Pulaski und Evelyn aufeinander und müssen feststellen, dass ihre beiden Fälle sehr wohl etwas miteinander zu tun haben und sie „nur“ einen Mörder suchen, der an Brutalität aber nicht zu übertreffen ist.

Andreas Gruber ist auch mit diesem Werk seinem Schreibstil treu geblieben und man kann zu Recht von einem „Pageturner“ sprechen. Schon der Prolog ist spannungsgeladen, die Handlung ist schlüssig und die beiden Handlungsstränge vollends nachvollziehbar, die sich kapitelweise abwechselten. Unvorhergesehene Wendungen, immer wieder falsche Fährten und Cliffhanger am Kapitelende lassen den Leser kaum durchatmen. Die einzelnen Szenen sind detailliert beschrieben, dennoch, was das Fließen von Blut und anderen Körperflüssigkeiten angeht wohl dosiert, aber nicht minder brutal – gebrochene Knochen und Wirbel sind inklusive. Für „Märchenkrimifans“ nur bedingt ratsam – grins. Die mehr als 500 Seiten sind im nu gelesen und bescherten zumindest mir ein enormes Schlafdefizit.

 Die Protagonisten sind gekonnt und authentisch ausgearbeitet, lediglich Mikalea hat sich mir etwas zu rasant entwickelt vom sich schlagen lassenden Mauerblümchen zur eiskalten Rachemutter. Die zynische Ader von Pulaski, dem seine Kollegen sowieso nichts recht machen können, hat Andreas Gruber beibehalten und schön fand ich auch , dass seine Vaterrolle in diesem Buch etwas mehr Platz einnahm.  Evelyn ist selbständiger geworden, allerdings nicht weniger stur und eigensinnig wie in Band 1, der 3 Jahre zuvor spielt. Wer die charakterliche und persönliche Entwicklung des Walter Pulaski und Evelyn Meyer verfolgen möchte, dem sei vorher Band 1 „Rachesommer“ ans Herz gelegt.

Rein von der Handlung her lässt sich dieses Buch aber unabhängig lesen. Toll fand ich die Lebensläufe von Walter Pulaski und Evelyn Meyer, die man in den Klappen des Buches findet.

Spannung per excellence – von der ersten bis zur letzten Zeile.

Verdiente 5 Lupen von mir und Vorfreude auf einen hoffentlich erscheinenden 3. Band.

5Lupen

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