Das Labyrinth-von Sigge Eklund.

Das Labyrinth

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (20. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3832197583
ISBN-13: 978-3832197582
Preis:14,99€

Martin und Åsa Horn sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass für ihre elfjährige Tochter Magda kaum Aufmerksamkeit übrig bleibt. Als Magda plötzlich vermisst wird und der Verdacht die Eltern trifft, begeben sie sich auf eine nervenaufreibende Spurensuche ebenso wie Tom, Martins loyaler Kollege, und die Schulkrankenschwester Katja, die vor Magdas Verschwinden Narben und blaue Flecken am Körper des Mädchens entdeckt hatte. Vier unzuverlässige Erzählerstimmen entführen den Leser in ein Labyrinth aus Schuldbekenntnissen und Indizien. Immer neue Irrwege tun sich auf, bis am Schluss eine überraschende Entdeckung wartet …

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„Das Labyrinth“ von Sigge Eklund erschien im Dumont Buchverlag. Auffallend war für mich erst mal das Cover, welches mich sehr neugierig machte. Schlicht gehalten mit schwarzer Schrift und neonfarbenem Titel. Dazwischen ein menschliches Auge. Auch der Klappentext klang vielversprechend.

Es geht um die verschwundene elfjährige Magda. Keiner weiß, wo das Mädchen ist, ob es noch lebt oder nicht, ob es entführt wurde oder weg gelaufen ist. Es beginnt eine nervenaufreibende Suche, bei der auch die Eltern in Verdacht geraten.

Es werden in dem Buch verschiedene Sichtweisen dargestellt von Personen, die mittel-oder unmittelbar in einer Beziehung zu Magda oder deren Eltern stehen. Da wären erst mal die Eltern Martin und Asa , ein Buchverleger und eine Psychologin. Beide haben sich nicht mehr wirklich viel zu sagen in ihrer Ehe und  es hat jeder so seine Geheimnisse. Sie sind jedenfalls mehr mit sich selbst beschäftigt, als um das Wohlergehen ihrer Tochter vor dem Verschwinden. Die Mutter als Psychologin analysiert jedes Verhalten ihrer Tochter, was sehr befremdlich auf mich wirkte.

Magda selbst ist ein ruhiges, introvertiertes Kind, welches keine Freunde hat und sich lieber mit sich selbst beschäftigt. Sie ist oft bis spät abends allein unterwegs und auch zu ihren Eltern hat sie nicht wirklich eine gute Verbindung, diese sind ja kaum da und kümmern sich auch nicht um sie.

Dann wäre da noch Tom, ein Arbeitskollege von Martin. Man könnte meinen, Tom ist in Martin verliebt. Er äfft Martin  nach, mag seinen Duft und seinen Kleidungsstil und biedert sich Martin geradezu an. Ein komischer Kauz, ich wusste gar nicht, wie ich ihn einzuordnen hatte.

Zum Schluss erfährt der Leser noch etwas über Katja. Sie ist die Schulpsychologin.

Jeder der 4 Hauptprotagonisten hat irgend ein Kindheitstrauma zu bewältigen und alle haben in irgend einer Art und Weise etwas mit dem Verschwinden von Magda zu tun.

Etwas verworren für den Leser, man muss sich ganz schön konzentrieren und auch zeitlich immer wieder die Kapitel zuordnen können. Dafür musste ich öfters an einen Kapitelanfang  nachsehen, weil dort die jeweiligen Zeitangaben sind.  Am Ende des Buches erfährt der Leser dann, was mit Magda passiert ist – allerdings nur indirekt, was dennoch Spekulationen zulässt. Für mich ein eher unbefriedigendes Ende. Die letzten Seiten musste ich auch zweimal lesen, um es zu verstehen.

Das Buch konnte mich nicht ganz überzeugen. Entgegen dem Klappentext ging es dann doch weniger um das Verschwinden und die Suche nach Magda. Eher wurde eine Art Psychogramm erstellt von Martin, Asa, Tom und Katja. Zwar fügen sich die Teile schlüssig zusammen am Ende, aber mir war das zu viel an Psychologie und Hinterfragen, wer jetzt warum mit wem eine Verbindung hat oder hatte. Als leichte Urlaubslektüre ist es also weniger empfehlenswert. Von Spannung gekennzeichnet war das Buch leider auch weniger, oder ich habe aufgrund des Klappentextes eine zu hohe Erwartung gehabt.

Als Fazit kann man sagen, und das wollte Sigge Eklund hier vielleicht  ausdrücken, dass es eventuell nur einer einzigen Veränderung im Leben eines der 4 Personen bedarf , was zur Folge gehabt hätte, dass Magda nie verschwunden gewesen wäre und sich das Leben aller Beteiligten grundlegend geändert hätte. Wie so oft im Leben.

Ich vergebe für dieses Buch 3 von 5 Lupen.

3Lupen

Skalpelltanz – von Jenny Milewski

Skalpelltanz

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453418379
ISBN-13: 978-3453418370
Preis: 12,99€

Carl Cederfeldt ist Chirurg. Und Mörder. Sein Instrument ist das Rasiermesser. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern der Fantasie des Horrorautors Jonas Lerman entsprungen, umstrittener Star der schwedischen Literaturszene. Die Figur des Carl Cederfeldt hat ihn reich gemacht. Aber Lerman hat genug von Blut und Gewalt und beschließt, kein weiteres Cederfeldt-Buch mehr zu schreiben. Doch so einfach ist das nicht. Lerman kann mit dem Schreiben nicht aufhören, und in seiner Umgebung geschehen plötzlich mehrere grausame Morde an jungen Mädchen. Begangen mit einem Rasiermesser. Präzise und brutal. Genau so, wie Carl Cederfeldt vorgehen würde. Zum Glück ist er kein Mensch aus Fleisch und Blut …

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Das Buch „ Skalpelltanz“ von Jenny Milewski erschien im Mai 2015 im Heyne-Verlag und umfasst 400 Seiten. Es handelt sich bei dem Buch um einen Debüt Thriller der Autorin.

 

Die Handlung in diesem Buch  ist ein wenig verzwickt, denn es handelt sich eher um ein Buch im Buch. Jenny Milewski schreibt über den  schwedischen Autor und Hauptprotagonisten Jonas Lehrmann. Dieser schreibt Horrorromane und ist berühmt geworden mit seinen Büchern über den Chirurgen Carl Cederfeldt.

Doch seit langem plagt ihn eine Schreibblockade und nicht nur die Leser wollen eine Fortsetzung seiner Romane, auch der Verlag möchte endlich ein neues Manuskript auf dem Tisch liegen haben.

Jonas Lehrmann aber beschließt, dass es keine weitere Folge über den Mörder Carl Cederfeldt geben wird und beginnt stattdessen einen anderen Roman zu schreiben. Doch es gelingt ihm nicht , denn  immer wieder bringt er Szenen zu Papier, die mit brutalen Morden, verübt von  Carl Cederfeldt enden. Dann sieht er auch noch den in seinen Büchern beschrieben schwarzen Hummer und plötzlich geschehen Morde in seiner Umgebung, die genau den in seinen Büchern vorkommenden entsprechen. Verständlicherweise  dauert es  nicht lang und er zweifelt an seinem gesunden Menschenverstand.. Auf der Suche nach der Wahrheit ist er gezwungen, sich mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzen, denn es gibt in seiner Familie ein großes Geheimnis, dass es endlich zu lüften gilt.

Das Buch beginnt ziemlich schleppend für einen Thriller. Der Leser erfährt nur etwas über die Schreibblockaden des Autors und ein Spannungsaufbau kommt nicht wirklich zustande. Da fällt es schwer weiter zu lesen, wenn in den ersten 100 Seiten nichts wirklich spannendes passiert.

Der Hauptprotagonist ist gut  und authentisch beschrieben, er wirkt nicht auf den ersten Blick sympathisch und hat einige Macken, was Rituale zum Beispiel betrifft, aber ich fand ihn durchaus gelungen. Auch die Nebenprotagonisten wie seinen Lektor zum Beispiel sind gut durchdacht, am besten fand ich seine Nachbarin Zofia, sie kommt ja sowas von sympathisch herüber.

Die Auszüge aus seinen Büchern oder die Gedanken, wenn er an dem neuen Buch schreibt, sind ideenreich und vor allem spannend – spannender als seine eigene Geschichte von Jenny Milewski an vielen Stellen. Davon hätte es dann ruhig noch mehr geben können. Obwohl einige Passagen , in denen die „Arbeiten“ von Carl Cederfeldt beschrieben wurden, ziemlich detailliert  und schon etwas brutal waren mit Ekelfaktor inbegriffen, fand ich sie dennoch gelungen und für mich persönlich waren sie für einen Thriller nicht to much. Schade, dass so wenig darin vorkam.

Gegen Ende des Buches war dann der Ausgang doch ersichtlich und irgendwie an den Haaren herbeigezogen. Wenn ich näher darauf eingehe, spoiler ich leider, deshalb lass ich das einfach so stehen. Spannend war es dann aber allemal und damit kam auch mein Lesefluss in die Gänge, wo ich das Buch nur schwer aus der Hand legen konnte.  Leider etwas spät für einen Thriller.

Trotzdem finde ich das Buch insgesamt  unterhaltsam und vergebe 3 von 5 Lupen.

3Lupen

Fine Line-Create your Character – von Nika. S. Daveron

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Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1787 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 323 Seiten
Verlag: Luzifer-Verlag (7. Mai 2015)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B00WT0RPES
Preis: 4,99€

Elayne ist ganz besessen von dem Spiel Fine Line, einem eigentlich typischen Onlinespiel. Doch bald stellt sie fest, dass an Fine Line eigentlich gar nichts normal ist, nachdem sie der Spieler-Gilde Xanadu beitritt. Denn die Gilde hat durch eine spezielle Technologie die Möglichkeit, in den Körper ihrer Avatare einzutauchen. Anfangs gefällt Elayne dieses phänomenale Spielgefühl, doch schon bald entbrennt ein Kampf um Leben und Tod, als jemand versucht, diese Technologie zu stehlen.

Während des Lesens werden Sie das dringende Bedürfnis verspüren, unbedingt ein Online-Computerspiel spielen zu wollen – nach diesem Buch werden Sie keines mehr spielen wollen! Versprochen!

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„Fine Line – Create your Character“ stammt aus der Feder von Nika S. Daveron und erschien bisher nur als  Kindle Edition im Luzifer Verlag. Eine Printausgabe ist wohl ab Ende Juni 2015 erhältlich .

Eigentlich ist Fantastic ja nun nicht so mein bevorzugtes Genre, die „Gamesucht“ meines Sohnes im Teenageralter inspirierte mich dann doch dazu, hier mal etwas hinein zu lesen. Man lernt ja bekanntlich nie aus und ich hatte die Hoffnung, das ewige Genörgle des Sohnes, wenn die Eltern rufen und er notgedrungen sein Multiplayer Spiel unterbrechen musste, etwas besser verstehen zu können nach diesem Buch.  Außerdem schmeißt die heutige Jugend mit Gamerausdrücken ja nur so um sich, wo Mutter und Vater erst mal einen Duden zur Hand haben möchten. Jetzt bin ich voll im Stoff der Materie……ok, die meisten  Begriffe hab ich schon wieder vergessen.

Liebe Nika, ich frag jetzt auch immer vorher ob ich störe und ob der Sohnemann online „zockt“ – ich habe es verstanden.

In dem Buch geht es um die junge Studentin Elayne, die frisch nach Köln gezogen, ein Zimmer in einer WG bezieht. Dort lebt auch Tobi und durch ihn lernt Elayne das MMORPG „Fine Line“ kennen.

MMORPG steht für Massen-Mehrspieler-Online-Rollen-Spiel und wird ausschließlich über das Internet mit anderen zusammen  in einem Verband  gegen  Tausende andere Spieler gespielt.

Elayne ist fasziniert von dem Spiel und sehr schnell dreht sich ihr Leben fast nur noch um Fine Line und ihre „Gilde“ Versus ( Verband  ). Die Mitglieder treffen sich auch privat und Elayne beginnt eine  intensive Freundschaft mit Jill, aber auch Antonius, der im Real Life Marc heißt, hat es ihr irgendwie angetan.

Durch Zufall hat Elayne dann die Möglichkeit, in eine andere, doch etwas mysteriöse Gilde zu wechseln, die mehr kann, als nur virtuell  gegen andere  Gilden zu kämpfen.

Durch einen USB Stick kann das Bewusstsein von Elayne in das Spiel selbst eintauchen, keine Ahnung, wie das funktioniert. Der Anführer der Gilde  „Xanadu“ ist ein 13-jähriger hochintelligenter Junge, der das Spiel weiter programmiert hat – allerdings gegen das Einverständnis der  Betreiber des Spiels. Erinnert alles ein wenig an den Film „Avatar“, so muss man es sich jedenfalls vorstellen. Die Gamer sind verletzbar und haben dann auch im Real Life diese Wunden, wenn die Verbindung mit dem Spiel wieder unterbrochen wird. Auf der einen Seite ist es natürlich ein gefährliches Unterfangen, aber Elayne ist dem Spiel schon viel zu sehr verfallen, als das sie aufhören kann. Doch nach und nach verändert sich das Spiel und schon bald schweben die Gamer von „Xanadu“ in einer echten Lebensgefahr.

WOW, kann ich nur sagen, so rasant das Spiel bestimmt ist, so rasant ging es auch in dem Buch zu. Schon nach den ersten Seiten konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen…..also eher den Tablet zur Seite legen. Nika baut einen Spannungsbogen auf, der sich auf hohem Niveau das gesamte Buch hindurch zieht. Dabei gelingt es ihr dennoch hervorragend, die vielen Fragezeichen, die ich am Anfang hatte mit der Gamersprache, aus meinem Kopf zu verbannen, ohne den Lesefluss zu zerstören. In einem Showdown mit teilweise offenem  Ausgang endet das Buch. Unbefriedigend und mit offenen Fragen bleibt der Leser dennoch nicht zurück.

Die Charaktere, allen voran Elayne sind sehr authentisch dargestellt und ihr Tun und Handeln vollends nachvollziehbar. Man leidet mit ihnen  mit und kann trotzdem herzlich lachen über Elayne und die anderen Charaktere. Dabei erfährt man auch einiges über das  Privatleben, denn es gibt ja neben dem Spiel trotzdem eine Handlung im realen Leben der Protagonisten.

Auch der Schauplatz wurde sehr detailliert beschrieben, es war mir ein leichtes, mich in das Buch und das Spiel hinein zu versetzen , dennoch kam ich nie durcheinander, wo ich mich als Leser denn nun befinde, ob im Spiel oder im Real Life.

Die Kapitel sind übersichtlich und enden öfters mit einem Cliffhanger. Auch die Sprache ist für jeden Nicht-Gamer verständlich und so hatte ich mit diesem Buch spannende Lesestunden, die viel zu schnell vergingen. Auf eine Fortsetzung aufgrund des offenen Endes freue ich mich schon jetzt.

Das Buch bekommt von mir verdiente 5 von 5 Lupen.

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Tote Models nerven nur – von Vera Nentwich

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Taschenbuch: 268 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (7. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1514262673
ISBN-13: 978-1514262672
Preis: 9,95€

Ein Fall für Biene Hagen Judith Schöller, das Starmodel aus Grefrath am Niederrhein, besucht ihren Heimatort, und als sie Sabine »Biene« Hagen trifft, kommt es zum Streit. Schließlich sind sich die beiden seit 20 Jahren in Feindschaft verbunden. Zwei Tage später liegt Judith tot im Teich und ausgerechnet Biene findet sie. Nun ist Biene für alle die Hauptverdächtige. Es gibt nur einen Weg, ihre Unschuld zu beweisen: Sie muss den wahren Mörder finden. Ob ihr Ex-Freund und Polizist Jochen oder der sexy aussehende Verlobte von Judith Jago Diaz Fernández dabei eine Hilfe sind?  

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Das Buch „Tote Models nerven nur“ von Vera Nentwich ist ein Krimi, der mit viel Witz, Humor und nicht immer ernst zunehmenden Protagonisten gespickt ist, dabei aber spannende Lesestunden verspricht.

Ich hatte das Vergnügen, dieses Buch vor Veröffentlichung lesen  und mit der sehr sympathischen Autorin und anderen Lesern gemeinsam darüber diskutieren zu dürfen. Vielen Dank an dieser Stelle an die anderen Teilnehmer und besonders an Vera Nentwich. Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit deinem Krimi.

Nun aber zu dem Buch:

Die Handlung

Sabine Hagen, von allen nur Bine genannt, arbeitet in einer Steuerkanzlei, deren Chef sich lieber auf dem Golfplatz vergnügt als seiner Arbeit nachzugehen.

Bine hatte früher eine beste Freundin, jetzt Erzfeindin, die es raus aus dem kleinen beschaulichen Örtchen Grefrath geschafft hat, jetzt als Model die Laufstege unsicher macht und auf Stippvisite mit ihrem Verlobten Jago in den Heimatort zurück kehrt.  Es dauert nicht lange und Bine hat mit Judith vor der Ortsbäckerei eine kleine Auseinandersetzung. Um endlich das Kriegsbeil zu begraben, verabredet sie sich mit Judith am Aussichtsturm, doch von Judith keine Spur.Schließlich findet Bine Judith doch noch…….mit dem Kopf im Teich.

Da alle im Dorf wissen, dass zwischen Bine und Judith alles andere als eine Freundschaft bestand und Bine zu allem Unglück auch noch am Tatort gesehen wurde, spricht sehr viel für Bine als Mörderin von Judith. Auch Jochen, der Polizist, mit dem Bine ein ON-OFF- Beziehung hat, glaubt zwar nicht an Bines Schuld, kann es aber auch nicht beweisen. Und Jago möchte natürlich ebenso wissen, wer seine geliebte Judith ermordet hat. Was liegt da näher, als das sich Bine auf die Suche nach dem wahren Mörder Judiths macht? Ohne Angst und mit ein paar coolen Sprüchen auf Lager begibt sich Bine dabei nicht nur in Lebensgefahr, nein, sie stellt auch den Sinn ihres bisherigen  Lebens in Frage und trifft dabei einige Entscheidungen, die es ohne den Mord an Judith wohl nicht gegeben hätte. Aber der Mörder hat andere Pläne mit Bine……..

Die Charaktere

Bine ist eine junge Frau, die tagein tagaus ihrer Arbeit in der Steuerkanzlei nachgeht ohne sich zu fragen, ob sie den Rest ihres Lebens eigentlich so verbringen möchte. Durch den Unfalltod ihrer Eltern wohnt sie bei ihrer lieben und umsorgenden Oma im Obergeschoß ihres Hauses. Eine Beziehung hat sie mal und hat sie mal nicht – meistens mit Jochen, einem Polizisten. Abenteuer sind ihr fremd und sie würde wohl noch heute in der Kanzlei versauern und bis ans Lebensende nicht übers Ortsschild von Grefrath hinauskommen, wenn da nicht Jago wäre, der Verlobte von Judith. Er zeigt Bine, dass es noch andere Dinge als den trostlosen  Alltag im Leben einer jungen Frau gibt und so unsympathisch er auf den ersten Blick scheint, findet ihn Bine doch irgendwie anziehend.

Jochen, Bines Ex-Freund , ist ein sehr sympathischer Kerl, der es gut mit Bine meint und immer noch glaubt, mit ihr ein gemeinsames Leben beginnen zu können. Doch Bine ist hin und her gerissen zwischen ihm und Jago. Sie muss wohl eine Entscheidung treffen…….

Meine Meinung

Obwohl das Buch ein Krimi ist, kommt es als solches nicht unbedingt rüber. Wer viele Tote erwartet und ein wenig Grusel oder nicht aushaltbare Spannung, wird schnell eines besseren belehrt. Auch das Cover lässt einen schon schmunzeln, ist es doch in fröhlichen Farben gestaltet und ein Paar Beine aus dem Schilf herausschauend, lassen einen Krimi nicht auf den ersten Blick erkennen.

Man findet sehr schnell in die Geschichte, sie ist spannend erzählt und ich musste oft herzlich lachen über so manche Reaktion von Bine. Das macht die Hauptprotagonistin zwar weniger authentisch, aber es war genau der Witz und das Unerwartete in ihrem Tun und Handeln, was Bine in diesem Buch ausgemacht hat. Etwas emotionslos fand ich die Reaktion auf den Tod ihrer ehemaligen Freundin, da bleiben einige Sympathiepunkte auf der Strecke.

Das ganze Buch hinweg hatte ich als Leser keinen blassen Schimmer, wer hinter dem Mord stecken könnte. Die Auflösung war dann umso verblüffender für mich, aber dennoch schlüssig nachvollziehbar. Ein Spannungsbogen wird von Vera etwas spät aufgebaut, unterhaltsam ist das Buch dennoch von der ersten bis zur letzten Seite.

Auch die Schilderungen der Schauplätze  und des Ortes Grefrath wurden sehr gut dargestellt. Die Beschreibungen der jeweiligen Handlungsplätze sind wohl dosiert, so dass es den Handlungsfluss nicht gestört hat.

Fazit

Wer einen außergewöhnlichen Krimi lesen möchte, wo nicht andauernd geschossen wird und der Mörder auch garantiert nicht der Gärtner ist, sollte bei „Tote Models nerven nur“ zugreifen und sich unterhaltsame spannende Lesestunden bescheren.

Das Buch bekommt von mir 4 von 5 Lupen.

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Fukushimnobyl – von Andreas Gröhl

Fukushimnobyl

Broschiert: 488 Seiten
Verlag: Monogramm Verlagsgesellschaft (8. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3945458056
ISBN-13: 978-3945458051
Preis: 13,00€

Kurz nach ihrer Einstellung im Kernkraftwerk entdeckt die junge Ingenieurin Verena Meier auf ihrem Arbeitsplatz-Computer eine Textdatei, die auf einen Fehler im Sicherheitssystem des Kernreaktors hinweist. Ihre Nachforschungen ergeben, dass diese Datei von ihrem spurlos verschwundenen Vorgänger stammt, der die zu einem GAU führenden Bedienungsschritte veröffentlichen wollte. Bei der Suche nach seiner Anleitung begibt sich Verena Meier in tödliche Gefahr …

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„Fukushimnobyl“  – Katastrophe vorprogrammiert – ist ein Roman von Andreas Gröhl und erschien in der Monogramm Verlagsgesellschaft. Das Buch umfasst 488 Seiten.

Die Story:

Die Ingenieurin Verena Meier bewirbt sich in dem Kernkraftwerk  Wesermarsch um eine freie Stelle. Obwohl sie den Job eigentlich gar nicht wollte, überzeugt sie mit Witz und solidem Grundwissen bezüglich Kernenergie und bekommt die Arbeitsstelle sofort. Da sie die alleinige Hauptverdienerin ist und ihr Mann, ein Philosoph, sich um Zwillinge kümmert, nimmt sie diese Herausforderung an.

Im KKW bemerkt sie schnell, dass ihr Vorgänger, von dem jegliches Lebenszeichen fehlt, einige brisante Entdeckungen gemacht hat, die das Sicherheitssystem in einem KKW betreffen.

Verena, ganz taff, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und hat plötzlich nicht nur ihre Kollegen und  Vorgesetzten im Nacken sitzen, die  ziemlich vehement etwas dagegen haben. Dabei geraten Verena und ihr Mann sehr schnell in große Gefahr und am Ende muss ein SUPER GAU verhindert werden, denn manch ein Angestellter ist bei weitem nicht die Person, die er vorzugeben scheint.

Nebenbei muss sich Verena aber auch mit ihrem früheren Leben in Form eines sehr hartnäckigen Verflossenen auseinander setzen. Udo Lenker entpuppt sich als Stalker und will Verena unbedingt zurück. Dabei schreckt auch er vor nichts zurück.

Der Hintergrund:

Neben Verenas Leben  geht es ebenso um die Sicherheitsfragen ein KKW betreffend. Wie sicher sind unsere deutschen Kernkraftwerke? Kann es wirklich nicht zu so einer Katastrophe wie in Fukushima oder Tschernobyl kommen? Was wurde alles getan, damit es hier in Deutschland, keinen SUPERGAU gibt? Wie sicher ist Kernenergie überhaupt und wie abhängig sind wir von Technik und Systemprogrammen? Dies versucht Andreas Gröhl in diesem Buch zu erklären, natürlich verpackt in einen eigentlich guten Plot. Das Thema ist interessant und ebenso brisant.

Das Cover:

Es war ausschlaggebend für mein Interesse an diesem Buch und ist sehr gut gewählt. Im Vordergrund ein Mann im Anzug, mit Regenschirm und Gasmaske, im Hintergrund ein brennendes Werk und  viele Freileitungsmasten und ich nehme mal an, links oben  in den  hellen Wolken soll Verena dargestellt sein. Das ganze Cover in düsteren Farben  gehalten, ist es schon ein Buch, was man beim ersten Blick sofort in die Hand nimmt.

Meine Meinung:

Das Thema ist sehr interessant und Andreas Gröhl hat durch seinen  Beruf auch absolutes  Hintergrundwissen. Er entwickelt in einer Firma Software für Simulatoren.

Nur leider hat mich das Buch überhaupt nicht überzeugt. Zu viele bildliche Darstellungen der Stadt Bremen und der Landschaft und Sehenswürdigkeiten nahmen mir komplett den Lesefluss. Für den Plot war das eher überflüssig, beziehungsweise hätte es ein Anreißen getan. So hätte man sich bestimmt 100 Seiten des Buches sparen können.

Die Charaktere waren nicht wirklich realistisch. Ein total überzogen beschriebener Liebhaber, der Aktionen veranstaltet, um Verena wieder zu bekommen, die mich erstaunen ließen, weil sie alles andere als legal waren. Aber das hat Verena nicht wirklich gestört.  Der Ehemann von Verena, Hermann,  hat mich dann vollends zur Weißglut gebracht. Da kann das ganze KKW in ein paar Minuten in die Luft gehen und er schmeißt einen philosophischen Spruch nach dem anderen. Auch scheint es ihm egal zu sein, dass es im Leben von Verena noch einen anderen Mann gibt, nämlich den Verflossenen Udo Lenker und man hat das Gefühl, Hermann  und Udo beginnen noch ein Männerfreundschaft untereinander. Wenn ich mir so Philosophen vorstellen soll, will ich nie einem real begegnen. Oft handeln die Protagonisten gegen jegliche  Logik und für den Leser nicht nachvollziehbar.

Der Schreibstil ist sehr langatmig und ein aufbauender Spannungsbogen, wie ich ihn erwartet hatte, ist kaum vorhanden. Einzig die letzten 50 Seiten des Buches waren so spannend, wie ich  sie mir das ganze Buch hinweg gewünscht hätte. Dazu kamen noch sinnlose Diskussionen und ein für mich unsinniges Philosophieren, was durchaus spannende Szenen im Keim ersticken ließ.

Eine gute Story, die leider literarisch nicht gut umgesetzt wurde.

Daher bekommt  dieses Buch von mir nur 2 von 5 Lupen.

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Spurlos im Schnee – von Cordula Hamann

Spurlos im Schnee

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (10. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956491173
ISBN-13: 978-3956491177
Preis: 10,99€

Ein Dorf, nach einem Lawinenunglück von der Außenwelt abgeschnitten. Ein entflohener Serienmörder, der sich im Schnee versteckt – der neue packende Thriller von Cordula Hamann. Der Kopf kahlgeschoren, in den Bauch ein Kreuz geritzt – unverwechselbar markiert der Serienmörder Thomas Bach seine Opfer. Als er nach einem Lawinenabgang seinem Gefangenentransport entfliehen kann, herrscht Angst in einem kleinen bayerischen Dorf. Von der Außenwelt abgeschnitten, sind die Menschen der schrecklichen Gewissheit ausgeliefert: Bach versteckt sich unter ihnen! Bereits am nächsten Morgen wird die Leiche einer Frau gefunden, mit kahlem Kopf und Kreuzmarkierung. Für die Studentin Katja Reichenberger und die verletzte Polizistin Claudia Jensen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Schnee verwischt alle Spuren …

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Das Buch „Spurlos im Schnee“ von Cordula Hamann erschien im März 2015 im MIRA – Verlag und umfasst 320 Seiten.

Die Studentin Katja Reichenberger ist auf dem Weg zu ihrer Freundin in den Urlaub. Auf dem Weg dorthin wird sie von einer Lawine überrascht und beinahe verschüttet. Vor ihr ein Vater mit seinen 2 Töchtern und hinter hier ein Gefangenentransporter ebenso.

Die Bergwacht rettet die beinahe Verschütteten und bringt sie ins nahegelegene Dorf Grahmried. Nur leider fehlt von dem Gefangenen Thomas Bach, ein verurteilter Frauenmörder, jegliche Spur. Im ersten Moment gehen die Bergrettung und die überlebende Polizistin Claudia Jensen, die im Transporter mitfuhr, davon aus, dass er der Lawine zum Opfer fiel. Doch dann findet man im Dorf eine Frauenleiche, so zugerichtet, wie es Thomas Bach mit seinen früheren Opfern getan hat.

Von der Lawine abgeschnitten und der halbe Ort ohne Strom müssen die Dorfbewohner und die festsitzenden Gäste davon ausgehen, dass Thomas Bach doch noch am Leben ist und die Gelegenheit nutzt, um sein Werk hier im Ort fort zusetzen.

Doch auch im Dorf selbst haben einige Bewohner Geheimnisse, die jahrelang wohl behütet wurden und nun ans Tageslicht kommen. Und plötzlich scheint Thomas Bach das kleinere und ungefährlichere Übel zu sein. Die Polizistin Claudia macht sich zusammen mit Katja und Holger auf die Suche…….nicht nur nach Thomas Bach. 

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und bereitete mir ein wahres Lesevergnügen. Die beiden Hauptprotagonistinnen Katja und Claudia werden sehr identisch dargestellt. Claudia kommt dabei aufgrund ihrer teilweise hervortretenden Verbohrtheit und Arroganz nicht immer sympathisch davon, aber man muss auch den Druck bedenken, der auf ihr lastet. Ist der Dorfpolizist Heinrich doch nicht wirklich eine große Hilfe und die Bundespolizei kommt nicht ins Dorf wegen der Lawine.

 Zwischen Katja und Holger, dem Vater der Zwillinge, scheint sich auch etwas anzubahnen. Dies schafft  Cordula Hamann aber so wohl dosiert, dass es zum Buch und dem Plot passt und nichts vom Genre Thriller verloren geht. Überhaupt bedient sich die Autorin hier anderer stilistischer Mittel, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten als in üblichen Thrillern.  Es fließt wenig  Blut, die Leichen sind nicht zerstückelt und die Schauplätze nicht so düster und unheimlich, dass man sich als Leser nur noch mit Licht schlafen legen traut.

Sehr gut fand ich auch die Dialekte, die teilweise mit einflossen. Liegt der Schauplatz doch in Bayern, so  werden die Dorfbewohner  kaum Hochdeutsch sprechen. Zudem bedient sich Cordula Hamann einiger vorherrschender Klischees, was das katholische Bayern angeht. Auch der Ortspfarrer mit seinem ach so heiligen Beichtgeheimnis muss hier im Buch die „Hosen runter lassen“.

Der Einbau einiger überraschender Wendungen ließ die Spannung im Buch stetig weiter ansteigen und obwohl man zum Schluss ahnte, wer hier was auf dem Kerbholz hatte, fesselte mich Claudia Hamanns „Spurlos im Schnee“ bis zu letzten Seite. Einzig der Schluss war etwas plötzlich und  zu schnell.

Vielen Dank für dieses tolle Buch – absolute Leseempfehlung und 4 von 5 Lupen von mir.

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