Rolltreppe abwärts – von Hans Georg Noack

Rolltreppe abwärts

Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Ravensburger; Auflage: 23 (1. Februar 1997)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473580015
ISBN-13: 978-3473580019
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
Preis: 6,95€

Jochen weiß, dass er die Zuneigung von Axel und Elvira nicht umsonst bekommt. Er beginnt zu stehlen – und wird erwischt. Zuhause gibt es Ärger, in der Schule wird er mehr denn je gemobbt. Jochen schlägt zurück. Die Konsequenz: Der 13-Jährige muss ins Heim.  Flucht ausgeschlossen.

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Nun, an dieser Stelle gibt es zum ersten mal keine übliche Rezension von mir. Das Buch hätte ich auch nie im Leben gelesen, wenn ich meinem 14-jährigen Sohn nicht zu einer hoffentlich guten Deutschnote hätte verhelfen wollen. Sein Kommentar zu „Rolltreppe abwärts“: „Schei……. Buch“. Aber lesen musste er es nun mal und auch diverse Aufgaben dazu erledigen. Seit Wochen hatte er diese komplexe Aufgabe auf, Abgabetermin HEUTE. Also lud ich mir GESTERN das  Ebook runter ( die 5,95€ waren es nicht wert ) und wir lasen gemeinsam die 224 Seiten und teilten uns in die Aufgaben.

An sich ist das Thema ja nicht schlecht, welches Noack hier aufgreift und es ist auch heute noch mehr denn je präsent. Es geht um die Vereinsamung und Hilflosigkeit  von Kindern und Jugendlichen, um unfähige Eltern, die nie Zeit haben und sich die Sorgen und Nöte ihrer Kinder weder anhören oder gar annehmen. ABER: Ich denke, es gibt in der heutigen Zeit genügend Jungendliteratur, die sich ebenso mit diesem Thema beschäftigen und ich glaube kaum, dass Hans Georg Noack gewollt hätte, dass seine Bücher auch im 21. Jahrhundert noch als Pflichtlektüre in der Schule durchgekaut werden. Da muss man sich über die Generation „Lesemuffel“ echt nicht wundern. Keiner klaut heutzutage mehr ein Bonbon und mein Sohn wusste auch nicht, was ein Transistorgerät ist. Ich war erstaunt, dass dieses Wort  meine Autokorrektur am PC erkannt hat. Als dann mein Mann ( Baujahr 68 ) auch noch eine Ausgabe dieses Buches vom Oberboden holte ( wie gesagt, ich hätte mir das E-book sparen können ), weil es auch schon zu seiner Zeit behandelt wurde in der Schule, konnte ich nur noch ungläubig mit dem Kopf schütteln.

Liebe Lehrer, ich kann mir kaum vorstellen, dass es wirklich zum Lehrplan gehört, im Deutschunterricht Bücher zu behandeln, deren Plot  im Jahre 1971!!! handelt. So hinterwäldlerisch muss es doch nun wirklich nicht sein. Vielleicht wäre an dieser Stelle mal ein Umdenken angebracht und als Unterrichtsvorbereitung ein Besuch in einer gut sortierten Buchhandlung empfehlenswert. Es gibt so schöne Jugendbücher, die zeitgemäß ernste Themen behandeln und dennoch Spaß machen zu lesen. Dann müsste man als Deutschlehrer vielleicht auch nicht in frustrierte Schülergesichter blicken.

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