Töte und Lebe – von Laura Wulff

Töte und lebe

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (10. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3956491084
ISBN-13: 978-3956491085
Preis: 9,90€

Der 3. Fall für die Zuckers. Die Leiche eines Mannes mit Down-Syndrom wird gefunden. Kurz darauf eine Zweite. Beide sind vor ihrem Tod schwer misshandelt worden. Für Daniel Zucker, Kölns einzigem Kriminalkommissar im Rollstuhl, ist klar: Hier hat es jemand auf Menschen mit Behinderung abgesehen! Dies macht den Fall für ihn zu einer persönlichen Angelegenheit. Einer Angelegenheit, der er sich allein stellen muss, da er gezwungen ist auf die Hilfe seiner Frau Marie und deren Cousin Ben zu verzichten, denn sie haben gerade mit eigenen Problemen zu kämpfen. Doch durch seine beherzte Ermittlungsarbeit schafft er es sich an die Spur des Killers zu heften – und in dessen Visier zu geraten …

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Das Buch „Töte und Lebe“ ist der dritte Band aus der Feder von Laura Wulff, in dem es um die Fälle des  Kölner Kriminalkommissar Daniel Zucker geht, der einzige „Rollstuhlkommissar „ Kölns.

In einem Bunker wird die Leiche eines Mannes gefunden, fürchterlich zugerichtet und entstellt. Und er hatte das Down Syndrom. Kurz darauf wird eine zweite Leiche, ebenfalls mit Down Syndrom, gefunden. Wie es scheint, sind beide Männer von ein und demselben Täter misshandelt und zu Tode gefoltert worden.  Oder doch nicht?

Kommissar Zucker, der an den Rollstuhl gefesselt ist, beginnt zu ermitteln und macht das ganze aufgrund seiner Behinderung zu seinem persönlichen Fall. Trotzdem werden auf verschiedene Art und Weise sowohl seine Frau Marie, als auch sein Cousin Ben, der bei den Zuckers lebt, in den Fall hineingezogen. Am Ende kommt es zum großen Showdown, und mehr als einer der Zuckers schwebt plötzlich in Lebensgefahr.

Für mich war es das erste Buch aus dieser Reihe, die vorherigen Bände kenne ich nicht. Man muss sie auch nicht zwingend gelesen haben. Ebenso war es mein erstes Buch der Autorin Sandra Henke, die unter dem Pseudonym Laura Wulff schreibt.

Das Cover des Buches ist sehr ansprechend und macht Hoffnung auf ein spannendes Lesevergnügen.

Mit seinen über 400 Seiten hat das Buch auch einen für mich anständigen Umfang und so ließ ich mich voller Erwartung auf den 3. Fall von Daniel Zucker ein. Geschrieben wird hier  aus 3 verschiedenen Sichtweisen, nämlich denen von Daniel, seiner Frau Marie und seines Cousins Ben, die sich abwechseln.

Etwas unstrukturiert für den Leser am Anfang, wo ich mich gefragt habe, was der Cousin Ben mit dem Fall zu tun hat, gab es dann doch einen Sinn in der Gesamthandlung. Auch erfährt  der Leser viel Privates über die Familie Zucker und über die Vergangenheit der einzelnen Familienmitglieder. Zwar bekommt man so einen guten Einblick in die Charaktere der Protagonisten, aber gerade was z.B. den Cousin Ben betrifft, waren diese Einblicke  in seine Person für mich für die Lösung des Falles nicht alle notwendig. Allerdings gehe ich davon aus, dass sich die Autorin hier kritisch mit den Themen Behinderung, Vorurteile und Homosexualität in der Gesellschaft auseinandersetzen wollte. Leider geht das zu Lasten der Spannung im Buch, die für mich  nur auf den letzten 100 Seiten wirklich existent war. Für einen Thriller enthielt das Buch für mich zu viel an Nebengeschichten, ich hatte teilweise die Lust am weiter lesen verloren und das Buch erst mal einen Tag zur Seite gelegt.

Das Ende war zwar vorhersehbar, dennoch fieberte man auf den letzten Seiten des Buches dem Ausgang entgegen.  So bekam ich doch noch das Gefühl, schneller lesen zu müssen, um zu erfahren, was im großen Showdown mit den Figuren passiert. Dieser war sehr gut beschrieben, ich fühlte mich in die Szene hineinversetzt und es kam mir vor, als stände ich direkt am Rand des Geschehens.

Mehr von diesen Szenen und das Buch hätte meine Erwartungen hinsichtlich Cover und dem Genre mehr als erfüllt. So kann ich dem Buch „Töte und Lebe“ trotzdem noch gute 3 von 5 Lupen geben.

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Mordsommer – von Rudi Jagusch

Mordsommer

Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453437853
ISBN-13: 978-3453437852
Preis: 9,99€

Psychospannung vom Feinsten

Ein anonymer Brief erreicht die angehende Oberstaatsanwältin Nina Lehmann. Die Enthüllung eines streng gehüteten Geheimnisses würde ihre Karriere ruinieren. Doch sie will sich nicht einschüchtern lassen und fährt zu dem im Brief genannten abgelegenen Ort in der Eifel. Zu ihrer Überraschung ist sie nicht allein einbestellt worden. Nach und nach treffen weitere fünf Mitglieder ihrer alten Schulclique ein, die ebenfalls etwas zu verbergen haben. Ein grauenhaftes Psychospiel beginnt.

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Was haben 7 Mitglieder einer alten Jugendclique gemeinsam? 1 Geheimnis aus der Jugendzeit, dessen Enthüllung für alle fatale Folgen auf ihr weiteres Leben haben würde.

Und deshalb geht die angehende Oberstaatsanwältin Nina Lehmann auch einem anonymen Brief nach, der sie zu einem abgelegenen Ort in die Eifel führt. Dort ist sie aber nicht allein, denn 5 weitere Mitglieder der Clique haben sich ebenfalls nach Mauel auf den Weg gemacht, auch sie haben anonyme Briefe erhalten. Wer kennt ihr gemeinsames Geheimnis und was will er von der Gruppe? Ein mörderisches Spiel beginnt…….und die ehemaligen Cliquenmitglieder werden weniger und weniger.

Das Buch „Mordsommer“  ist mein erstes Buch von Rudi Jagusch.

Ohne Umschweife kommt der Autor zum Kern des Geschehens, so dass der Leser von der ersten Seite an spannend unterhalten wird. Mit detaillierten Beschreibungen, die teils brutal und pervers auf den Leser wirken und nichts für schwache Nerven sind, werden die einzelnen Szenen dargestellt, die mir mehr als einmal einen Schauer über den Rücken gejagt haben und mich die Zeilen schneller lesen ließen.

Der große Unbekannte kommt mehrfach durch kursive Textpassagen zu Wort, aber ist er auch der Verfasser der anonymen Briefe und der Mörder, der ein Mitglied nach dem anderen auf brutale Art und Weise ins Jenseits befördert? Ich wusste es bis kurz vor Ende des Buches nicht, denn hatte  ich einen potentiellen Täter im Visier, musste ich diesen  auf den  nachfolgenden Seiten wieder laufen lassen.

Geschickt legt Rudi Jagusch eine Fährte nach der anderen, denn irgendwie konnte es jeder sein.

Auch auffallend die Antipathie, die ich für die Hauptprotagonistin Nina sowie für die übrigen Cliquenmitglieder empfand. Dies ist mir noch bei keinem Buch passiert, aber Rudi Jagusch hat sich schon was dabei gedacht, deren Charaktere so zu gestalten. Denn genauso passt es dann auch im Gesamteindruck wieder.

Aufgebaut ist das Buch in 2 wechselnde Erzählstränge. Zum einen die Gegenwart mit den Geschehnissen in der Eifel und dann die Erlebnisse der Clique in der Jugendzeit in den 90er Jahren, in denen auch das große Geheimnis gelüftet wird, welches die Clique verbindet. Die Kapitel sind übersichtlich, so dass man auf die Fortsetzung des jeweils anderen Erzählstranges nicht zu lang warten muss.

Mir hat das Buch sehr gefallen, ich fand es von Anfang bis Ende extrem spannend, zu keiner Zeit hat man das Gefühl, die Handlungen ziehen sich wie Gummi in die Länge. Ein rasanter Thriller, nichts für zart besaitete Nervenkostüme. Es wird nicht das letzte Buch von Rudi Jagusch sein für mich und ich vergebe verdiente 5 von 5 Lupen.

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Lavendelküsse – von Felicity La Forgia

Lavendelküsse

Broschiert: 324 Seiten
Verlag: Sieben-Verlag (1. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386443488
ISBN-13: 978-3864434884
Preis: 12,90€

Neues Herz, neues Glück. Als Hannah Engelmann nach einer schweren Krankheit an die Côte d’Azur flieht, um ein neues Leben zu beginnen, rechnet sie nicht damit, dass sie ihr Herz verlieren wird. Sylvain Grenier ist ihr Traum von einem Mann. Sexy, selbstsicher, erfolgreich. Seine offen zur Schau gestellte Dominanz weckt Gefühle in ihr, die sie nicht kennt und von denen sie nicht genug bekommen kann. Seit dem viel zu frühen Tod seiner Frau ist Sylvain nicht mehr der, als den die Hauptstadt des Parfümhandwerks, Grasse, ihn kennt. Böse Gerüchte kursieren über den Mann, dessen Gespür für Düfte legendär ist. Nicht länger in der Lage, sein Herz an eine Frau zu verschenken, bringt ihn die Begegnung mit Hannah aus dem mühsam aufrecht erhaltenen Gleichgewicht.

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Das Buch „Lavendelküsse“ aus der Feder des Autorenduos Corinna Vexborg und Nicole Wellemin, die unter dem Pseudonym Felicity La Forgia schreiben, hat mit einem herkömmlichen Liebesroman so gar nichts gemein, es handelt sich hier eher um einen erotischen Roman, wo Sex nicht „blümchenmäßig“ umschrieben wird.

Es geht hier um  Dominanz und Unterwerfung, um DOM und SUB, welches dem Leser eingepackt in eine wunderschöne Story in Frankreich spielend, näher gebracht wird.

Die 24 jährige, aus Deutschland stammende Hannah möchte ihr bis dahin von schwerer Krankheit bestimmtes Leben endlich selbst in die Hand nehmen und baut sich als Immobilienmaklerin an der Cote d´Azur ein eigenes Leben auf.

Ihr erster Auftrag führt sie zu Sylvain  Grenier, der sein Anwesen verkaufen möchte und das Maklerbüro, in dem Hannah arbeitet, mit dem Verkauf beauftragt hat.

Sylvain Grenier ist der Sohn einer Parfumier- Familie und „die Nase“ des Unternehmens, er kreiert die neuen Düfte für das Familienunternehmen. Dies gelingt ihm jedoch seit dem Tod seiner Frau mehr recht als schlecht, weil ihm die Inspiration fehlt. Und hier kommt Hannah ins Spiel……

Schon bei ersten Zusammentreffen wird schnell klar, dass sie hier zukünftig nicht nur geschäftlich miteinander zu tun haben werden.

Schnell wird die bis dato sexuell unerfahrene Hannah von Sylvain in die „Kunst“ von Dominanz ( Dom ) und Unterwerfung ( Sub ) sowie Bondage und Lustschmerz eingeführt. Sylvain hat schnell gespürt, dass Hannah unbewusst  devote Signale aussendet und was wie ein bei ihm übliches Arrangement mit einer Gespielin anfängt, entwickelt sich sehr schnell zu einer hinreißenden Beziehung.

Diese wird jedoch durch die Vergangenheit beider Protagonisten überschattet und als es für Hannah um Leben und Tod geht, müssen sich beide ihrer Vergangenheit und auch ihrer Gefühle zueinander stellen.

Wer bei diesem Buch nur eine Liebesgeschichte erwartet, kann es gleich wieder ins Regal stellen. Das Cover täuscht hier meiner Meinung nach etwas.

Vielmehr werden hier detailliert Sex- Szenen beschrieben, verpackt in eine spannende Liebesgeschichte.

Die Mischung aus beidem ist es dann, was dieses Buch ausmacht. Die Geschichte ist flüssig und spannend geschrieben und man erfährt ebenso etwas von der Kunst der Parfumherstellung wie von der wunderschönen Landschaft Frankreichs mit ihren herrlichen Lavendelfeldern. Ich vergebe für dieses Buch 5 von 5 Lupen.

5Lupen

Todesurteil – von Andreas Gruber

Mordsommer

Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442480256
ISBN-13: 978-3442480258
Preis: 9,90€

In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört am nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes „Inferno“ tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen – aber das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …

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Wer einen richtig guten Thriller lesen will, kommt an diesem Buch nicht vorbei…

Das Buch „Todesurteil“ vom niederösterreichischen Schriftsteller Andreas Gruber ist der 2. Band einer geplanten Trilogie und handelt von  dem  niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder und der Komissarin Sabine Nemez, die auf der Jagd nach einem skrupellosem Mörder sind. Band 1 „Todesfrist“ muss man nicht zwingend gelesen haben, ich kenne Band 1 bis jetzt auch nicht, nach diesem Buch wird sich das aber ganz schnell ändern.

Das Buch hat 2 Handlungsstränge, von denen man über das ganze Buch hinweg nicht ahnt, wie sie zusammen hängen.

Maarten S. Sneijder, der als Profiler für das BKA Wiesbaden arbeitet und an der dortigen Akademie auch unterrichtet ist ein auf dem ersten Blick unausstehlicher, unsympathischer Kerl, der auf dem zweiten Blick aber  auch mal seine positiven Charakterzüge durchblicken lässt, die ihn dann für den Leser insgesamt doch mehr als sympathisch und vor allem interessant erscheinen lassen. Eine seiner Schülerinnen ist Kommissarin Sabine Nemez, die als Studentin an der Akademie zugelassen wurde und mit der Sneijder früher auch schon zusammen in einem  Mordfall ermittelt hat ( Band 1 ).

Durch ihren Instinkt und ihre Intuition wird sie bei den Ermittlungen zu mehreren Mordfällen zur wichtigsten  Partnerin an Sneijders Seite, die durch so manche riskante  Alleingänge den Leser in schiere Verzweiflung bringt.

Der andere Handlungsstrang handelt von der österreichischen Staatsanwältin Melanie Dietz und ihrer Therapiehündin Sheila, die die Entführung der 10-jährigen Clara aufdecken möchte. Diese wurde nach einem Jahr als vermisst gemeldet an einem Waldrand gefunden, den gesamten Rücken tätowiert mit Zeichnungen aus Dantes „Inferno“.

Melanie Dietz geht als Staatsanwältin auch mal weniger legale Wege, um den Entführer der kleinen Clara zu fassen. Dabei steht ihr Kommissar Hauser zu Seite, der davon wenig begeistert ist, im Laufe der Zeit aber erkennt, das man manchmal abseits der bürokratischen Wege mehr erreicht.

Für den Leser ist es lange Zeit nicht ersichtlich, wie die beiden Handlungsstränge zusammen hängen. Die übersichtlichen Kapitel wechseln zwischen den Handlungen.  Immer wieder kommt es zu ungeahnten Wendungen in den Geschichten und hat man eine Person als Täter im Verdacht, wird diese ein paar Seiten weiter schon wieder ausgeschlossen. Andreas Gruber gelingt es geschickt, den Leser in die Irre zu führen und die kleinen Hinweise auf den  wahren Täter sind so raffiniert in die Geschichte eingebaut, das ich sie nicht erkannt habe. Am Ende fügen sich die Puzzleteile aber dennoch schlüssig zusammen.

Das Buch aus der Hand zu legen, fiel mir mehr als schwer. Es ist so spannend geschrieben, dass ich immer nur wissen wollte, wie es denn nun weitergeht. Der Einbau mehrerer Cliffhanger  von Andreas Gruber hat es mir dann fast unmöglich gemacht, mich an die Seitenvorgaben der Leserunde zu halten.

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite ist hier garantiert. Ich fand mühelos in die Geschichte hinein, auch ohne Band 1 zu kennen. Ich bin von diesem Buch so begeistert, dass es nicht mein letztes von Andreas Gruber gewesen ist und ich mich schon sehr auf den dritten Band dieses ungewöhnlichen Ermittlerduos freue.

Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Lupen…..mehr kann ich ja leider nicht vergeben.

5Lupen

Kuckucksbrut -von Melanie Lahmer

Kuckucksbrut

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Auflage: Aufl. 2015 (15. Januar 2015)
ISBN-10: 340417142X
Preis: 9,99€

Im Wald in der Nähe von Siegen wird auf einem historischen Richtertisch eine Frauenleiche gefunden – hergerichtet wie am Pranger. Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen ermitteln und erfahren bald, dass in dem kleinen Dorf im Rothaargebirge eine weitere Frau bedroht wird. Welches Geheimnis verbindet die beiden jungen Mütter? Und welche Rolle spielen die Menschen im Dorf, die eine verschworene Gemeinschaft bilden – und eine Mauer aus Schweigen …

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In der Nähe eines kleines Dorfes bei Siegen wird im Wald zufällig die Leiche einer zugerichteten Frau gefunden – auf einem historischen Richtertisch mit einer Tarot Karte in der Hand.

Die ist der 2. Band der sympathischen Kommissarin Natascha Krüger und ihren Kollegen, die nun im Falle der ermordeten Frau ermitteln. Man muss den 1. Band ( „Knochenfinder“ ) nicht zwingend gelesen haben, obwohl auf Geschehnisse des 1. Bandes eingegangen wird. Empfehlen möchte ich ihn aber trotzdem, mir hat er sehr gut gefallen.

Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und werden aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, dadurch bleibt in meinen Augen die Spannung über das gesamte Buch erhalten, weil auch aus der Perspektive des Täters geschrieben wird.

Das „Ermittlertrio“ wird für mich um eine Person, nämlich das PC – Genie Kim,  erweitert, die schon im ersten Band gegen Ende eine Rolle gespielt hat und ich würde mir wünschen, dass sie auch bei weiteren Ermittlungen dabei sein darf.

Da einige private Geschehnisse im Leben der Ermittler in diesem Band offen bleiben, hoffe ich natürlich auf Band 3 und auf Aufklärung, besonders was es mit dem Bruder von Natascha auf sich hat. Hier hätte ich mir schon in diesem Band mehr Informationen gewünscht.

Dennoch ist ganz klar Natascha Krüger mit ihrer synästhetischen Wahrnehmung die Hauptperson des Romans. Eine sympathische junge Frau, die zusammen mit ihrem Kater Felix in Siegen lebt. Sie ist eine für mich starke Frau mit dem Wusch nach Liebe und Anlehnung, die sie in ihrem Kollegen Simon findet. Ich bin  gespannt, wie die Beziehung weiter geht.

Das Dorf Weißbach, aus dem die tote Frau kommt, kann hinterwäldlerischer nicht sein. Allem neuen gegenüber misstrauisch, fremd Zugezogene werden nicht integriert  und schnell sind sich die Dorfbewohner einig, wer die Frau umgebracht hat.

Und dann gerät auch schon die nächste Frau ins Visier des Täters.

Als Fazit kann ich sagen, dass mir das Buch ebenso wie Band 1 sehr gefallen hat.  Es lässt sich flüssig und zügig lesen und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, mich durch ein Kapitel „schleppen“ zu müssen. Auch gibt es viel zu wenig Hinweise auf den wahren Täter, bzw. waren diese für mich schon sehr versteckt und nicht offensichtlich. Dadurch bleibt die Spannung bis zum großen Finale aufrecht und ich konnte es gegen Ende nicht erwarten die Seite  umzublättern.

Ich freue mich schon jetzt auf Band 3 und danke der Autorin Melanie Lahmer und http://www.leserunden. de, dass ich an dieser Leserunde teilnehmen durfte. Verdiente 5 von 5 Lupen vergebe ich daher.

5Lupen

Die Insel der blauen Gletscher – von Christine Kabus

Die Insel der blauen Gletscher

Taschenbuch: 624 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Auflage: Aufl. 2015 (15. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404171543
Preis: 9,90€

Zwei Frauen, eine atemberaubende Landschaft und ein dunkles Geheimnis, das hundert Jahre unter dem Eis verborgen lag … Spitzbergen, 2013. Um für eine Reisereportage zu recherchieren, begibt sich die Journalistin Hanna auf den einsamen Archipel jenseits des Polarkreises. Dort lernt sie den Polarforscher Kåre Nybol kennen, dessen humorvolle Art ihr sogleich sympathisch ist. Gemeinsam erkunden sie die einzigartige Landschaft Spitzbergens – und kommen sich dabei allmählich näher. Doch als sie eine längst verlassene Bergbausiedlung am Kongsfjord besichtigen, macht Hanna im geschmolzenen Gletschereis einen grausigen Fund, hinter dem sie eine spannende Story wittert. Gemeinsam mit Kåre taucht sie tief in die Vergangenheit des entlegenen Archipels ein – Ruhrgebiet, 1907. Statt dem Wunsch ihrer Eltern zu folgen und sich einen Ehemann zu suchen, schließt die burschikose Emilie einen Pakt mit ihrem jüngeren Bruder Max: Sie wird an seiner Stelle an der geplanten Arktisexpedition teilnehmen. Als Mann verkleidet schließt sie sich der Expeditionsgruppe an. Doch schon bald ahnt sie, dass sie nicht die einzige ist, die etwas zu verbergen hat. Ganz offensichtlich nehmen die Männer aus ganz unterschiedlichen Motiven an der Reise teil – und mindestens einer von ihnen hütet ein dunkles Geheimnis, dessen Aufdeckung er um jeden Preis zu verhindern sucht –

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In dem Buch gibt es 2 Erzählstränge, die in unterschiedlichen Zeitepochen spielen.

Zum  einen ist da in der Gegenwart die Protagonistin Hanna, die mal eben für eine andere Frau von ihrem Ehemann verlassen wird. Statt mit dem Schicksal zu hadern, nimmt sie ihre Arbeit als Reisejournalistin wieder auf und fliegt mal eben nach Spitzbergen für eine Reisereportage. Dort lernt sie dann Kare kennen und schnell gibt es nicht nur eine berufliche Beziehung zwischen den beiden.

Der 2. Erzählstrang spielt in der Vergangenheit, genauer Anfang des 20 Jahrhunderts und hier ist die Protagonistin die junge, aus gutem Hause kommende, Emilie. Diese bricht aus ihrem für sie langweiligem, spießigem Leben aus und nimmt, anstelle ihres Bruders Max, der Biologiestudent ist, an einer Forscherexpedition in die Arktis teil. Allerdings reist sie nicht als Emilie mit……

Die Kapitel wechseln immer von den Erzählsträngen, was einerseits angenehm zu lesen ist, andererseits, als ich die Geschichte einer Protagonistin favorisierte, mich dazu verleiten lies, bei der anderen Geschichte oberflächlicher zu lesen. Bis weit über die Hälfte des Buches las ich beide Epochen jedoch gleich gern, ehe ich mehr zu Emilies Geschichte tendierte. In ihrer Geschichte gab es für mich einfach mehr Spannung. Manche Passagen scheinen zwar etwas weit hergeholt, was ihr Tun und Handeln betrifft, insgesamt ist ihre Geschichte dennoch lebendiger und spannender und ich wollte wissen, wie es weiter geht mit ihrem Abenteuer.

Bei Hanna lief es für mich auf eine gewöhnliche Liebesgeschichte hinaus.

Gegen Ende des Buches gab es dann auch die Verbindung zwischen den  beiden Frauen, diese hätte ich mir aber direkter und klarer gewünscht. Bei Emilie gab es am Schluss noch mal eine explosive Spannungssteigerung, wohl dosierter über das gesamte Buch hinweg hätte mir besser gefallen. Witzig waren die letzten Seiten bei Emilie aber allemal, ich habe mich schon recht amüsiert.

Da es ein Norwegenroman ist, bekam man natürlich auch sehr viele detaillierte Beschreibungen über die dort herrschende  Landschaft. Manchmal etwas zu viel für meinen Geschmack, weil die Handlung so unterbrochen wurde. Dies ist aber nur meine subjektive Einschätzung, ich wusste ja, dass es ebenso ein Roman über Norwegen und deren Landschaft ist.

Deshalb ist das Buch für alle Norwegenfans zu empfehlen, wer über das gesamte Buch steigernde Spannung erwartet, wird hier wahrscheinlich etwas enttäuscht sein. Ich vergebe daher 3 von 5 Lupen.

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